Freitag 24.11.2017, 18.30 Uhr - Nein, und immer wieder nein!

Podiumsdiskussion zu sexualisierter Gewalt / Diskriminierung mit Christine Clemm (Rechtsanwältin), Lea Wagner (Journalistin), Maria Noe  (LARA) und Sophia Weiss (Autorin)

Moderation Waltraud Schwab


 

Sexualisierte Gewalt gegen Frauen* ist keine Seltenheit. Mehr als ein Drittel der in Deutschland lebenden Frauen* gibt an, diese Erfahrung bereits gemacht zu haben. Die wenigsten von ihnen zeigen die Taten allerdings an. Der Anfang 2016 gestartete taz-Blog "Heimweg" gibt ihnen eine Stimme, indem das Erlebte anonym erzählt werden kann.

Eigentlich sollte der Blog mit einer Abschluss-Veranstaltung im taz-Café Anfang Februar diesen Jahres geschlossen werden. Die Rückmeldungen der Anwesenden zeigten, wie empowernd das Sichtbarmachen der Geschichten ist. Der Wunsch nach weiteren Möglichkeiten des Austausches wurde deutlich. Gemeinsam mit Expertinnen* verschiedener Fachrichtungen soll diese Veranstaltung Raum bieten von Erfahrungen zu erzählen und hilfreiche Strategien zu entwickeln.

Lea Wagner hat den Blog ausgewertet und berichtet über eigene Erlebnisse. Die Rechtsanwältin Christina Clemm wird die derzeitige Gesetzeslage erörtern. Maria Noe, Mitarbeiterin der Beratungsstelle LARA, Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Frauen*, wird von ihrer täglichen Arbeit berichten. Sophia Weiss ist Autorin des Buches „Sehnsucht nach Mutterland“. Ihr besonderes Anliegen ist es, die Erfahrung des Verletzt-worden-Seins aus der Kammer der Privatsphäre und aus den Praxen der Therapeutinnen* zu holen, und Frauen*-Räume zu öffnen, in denen diese Erfahrungen geteilt werden können. 

Anmeldung unter +49 (0)30 - 615 29 99 oder bildung(at)schokofabrik.de

Ort: Seminarraum, Naunynstraße 72

Resümee

Am Abend vor dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen kamen zahlreiche Besucherinnen in die Schoko, um mit unserem Podium zu diskutieren, warum „Nein, und immer wieder nein!“ aktuell bleibt und wie wir einer Gesellschaft ohne Gewalt gegen Frauen näher kommen können. Es entstand ein sehr anregender Austausch mit Perspektiven aus Justiz, Journalismus, Beratungsstellen und persönlichen Erlebnissen, den die Besucherinnen rege mitgestalteten. Wir sprachen u.a. über #metoo, die Tabuisierung und Straflosigkeit von sexualisierter Gewalt und überlegten, wie wir sowohl online als auch offline dagegen angehen können. Abschließend zeigten die Referentinnen aber auch Fortschritte und Erfolge von bisherigen Kämpfen auf und aus dem Publikum wurde der Wunsch nach mehr Vernetzung und Solidarität über die Veranstaltung hinaus geäußert. Wir bedanken uns herzlich bei den Referentinnen und Teilnehmerinnen für den spannenden und bewegenden Abend, der auch über die Veranstaltung hinausweist.




Dienstag 10.10.2017, 19.00 Uhr - Die haben gedacht, wir waren das

 

mit Özge Pinar Sarp, Autorin, Politologin, Beobachterin der NSU-Prozesse

in Kooperation mit der Regenbogenfabrik

Der NSU steht für eine in der bundesdeutschen Geschichte rassistische Mordserie deutscher Neonazis. Das Buch „Die haben gedacht, wir waren das“ stellt erstmals die Perspektiven derer in den Mittelpunkt, die den rechten Terror und Rassismus tagtäglich am eigenen Leib erleben. Özge Pinar Sarp beobachtet die Aufarbeitung des NSU-Komplexes. Die jahrelangen Prozesse der Aufklärung begleitet sie nicht nur als Prozessbeobachterin, sondern ist zugleich aktive Kämpferin um Gerechtigkeit für die Opfer rassistischer Gewalt. Sie liest aus ihrem Sammelbandbeitrag zur Bedeutung rechtsterroristischer Morde von 1980 bis heute für Betroffene und Türkei-stämmige Communities in Deutschland. Neben eigenen Eindrücken aus der Prozessbeobachtung berichtet sie von Erfahrungen und Begegnungen mit den Opferfamilien und Betroffenen sowie ihren eigenen Erfahrungen.  

Anmeldung unter +49 (0)30 - 615 29 99 oder bildung(at)schokofabrik.de

Ort: Regenbogenfabrik, Kino, Lausitzer Str. 22



Resümee

Wir haben uns sehr über das zahlreiche Interesse an unserer Veranstaltung „Die haben gedacht, wir waren das“ gefreut. Özge hat uns die Lage und Befindlichkeiten der Hinterbliebenen sehr eindrucksvoll nahe gebracht. Juliane brillierte in der Moderation. Obwohl anfänglich das Gespräch mit dem Publikum zögerlich in Gang kam, hat sie es verstanden, diese Pause aus Betroffenheit gut zu überbrücken.

Appell an die Gesellschaft: Der Tag X darf nicht das Ende der Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsradikalismus und Rassismus gegen Migranten sein und wieder einmal zu den Akten gelegt werden. 

 


Resümee zur Gesundheitsreihe

Unsere Veranstaltungen zu Frauengesundheit fanden gute Resonanz. Der „Seelengarten“ mit Frau Sichelschmidt hat den Besucherinnen gute Anregung zur Achtsamkeit auf sich selbst mit auf den Weg gegeben. Michaela Grigat gab uns wertvolle Hinweise im Verhalten zu unserer oft so anstrengenden Umwelteinflüssen, denen wir besonders in der Großstadt ausgesetzt sind. Caroline C. El-Masri und Annette Kerckhoff haben uns hilfreiche Anwendungsmöglichkeiten von Hausmitteln, die wir meist in der Küche vorrätig haben, aufgezeigt. Der Vortrag und das Gespräch von und mit Anke Soumah war besonders ermutigend für die teilnehmenden jungen Frauen. Wir danken den Referentinnen noch einmal ganz herzlich.

 


Mittwoch 04.10.2017, 18.30 Uhr - Geburt: Bedrohtes Welt-Naturerbe?

 

Vortrag und Diskussion mit Anke L. Soumah, HP und Doula/-ausbilderin der Gesellschaft für Geburtsvorbereitung

Geburt ist ein physiologischer Vorgang, der den Fortgang der Menschheit sichert. Deshalb ist er von Natur aus auf Erfolg ausgerichtet. Und doch gibt es keinen anderen natürlichen Vorgang, dem mit einem vergleichbaren grundsätzlichen Misstrauen begegnet wird. Die Folge ist die Medikalisierung und Pathologisierung von Schwangerschaft und Geburt: Kein anderer physiologischer Vorgang findet routinemässig in 98% aller Fälle im Krankenhaus und unter medizinischer Überwachung statt.

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Anmeldung unter +49 (0)30 - 615 29 99 oder bildung(at)schokofabrik.de

 

Ort: Seminarraum, Naunynstraße 72



Mittwoch 20.09.2017, 18.30 Uhr - Hausmittel aus aller Welt


Vortrag und Gespräch mit Dr. Annette Kerckhoff und Caroline Contentin El-Masri

Es sind die Frauen, die sich damit auskennen, wie Heilmittel aus Küche und Garten eingesetzt werden, als Tees, Auflage, Tinktur, Umschlag oder Einreibung, zur Vorbeugung, im Krankheitsfall und nicht zuletzt für die Schönheit. Gemeinsam haben die Werkstatt Ethnologie e.V., die Carstens-Stiftung "Natur und Medizin" und die Neuköllner Stadtteilmütter in den letzten Jahren Workshops zu „Hausmitteln aus aller Welt" gemacht. Auf diesen Veranstaltungen sind viele  interessante Rezepte ausgetauscht worden, die nachrecherchiert und in einem Buch niedergeschrieben wurden. Caroline Contentin El-Masri, Sozial- und Kulturanthropologin im Bereich Medizinethnologie, und Dr. Annette Kerckhoff, Gesundheitswissenschaftlerin, Heilpraktikerin, Lehrbeauftragte in naturheilkundliche Selbsthilfe, werden an diesem Abend über die sozialen und kulturellen Aspekte von Gesundheit und Heilung einerseits, die Rezepte und die Heilwirkungen der verwendeten Zutaten andererseits sprechen. Im Anschluss freuen wir uns auf einen weiteren Austausch und die Vernetzung von Frauen, die sich für die Themen Gesundheit, „Medizin aus der Küche“ und Selbsthilfe interessieren.

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Anmeldung unter +49 (0)30 - 615 29 99 oder bildung(at)schokofabrik.de

Ort: Seminarraum, Naunynstraße 72

 


Dienstag 12.09.2017, 18.30 Uhr - Gesund leben, gesund älter werden – (Wie) geht das in der Großstadt?


Vortrag und Gespräch mit Michaela Grigat HP


Gesundheit ist kein statischer Zustand, sondern ist gekennzeichnet durch die Fähigkeit, Stressoren gut ausbalancieren zu können. Hierbei wird zwischen inneren und äußeren Einflussfaktoren unterschieden. Ein Übergewicht  schädigender gegenüber fördernden Einflüssen führt zu Beschwerden und Krankheiten. In einer Großstadt wie Berlin gehören zu den äußeren Faktoren unter anderem Feinstaubbelastung, Lärm, Elektro- und Mobilfunksmog, dazu addieren sich Chemikalien aus Nahrung, Wohnumfeld und Kosmetik, die Enge im Straßenverkehr… Innere Faktoren haben sowohl psychisch-emotionale Anteile, wie z.B. der inneren Haltung dem Leben gegenüber, aber auch mit physischen Gegebenheiten, wie der -  auch altersabhängigen - individuellen Entgiftungsfähigkeit, der Versorgung mit Nährstoffen u.v.m. zu tun. Was also bedingt ein gesundes Leben? Ist es in einer Großstadt von heute auf Dauer möglich? Welche Möglichkeiten haben wir selbst, um gesünder zu werden und gut zu altern? Der Vortrag bietet eine Übersicht über umweltmedizinische und gesundheitsfördernde Erkenntnisse, basierend auf bewährtem traditionellen Heilwissen und aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Referentin ist Heilpraktikerin seit 1994 und seit vielen Jahren in eigener Praxis vollselbstständig niedergelassen. Sie verfügt über umfangreiche Ausbildungen in traditionellen europäischen und ostasiatischen Heilmethoden.

www.hp-grigat.de

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Anmeldung unter +49 (0)30 - 615 29 99 oder bildung(at)schokofabrik.de


Ort: Seminarraum, Naunynstraße 72


Freitag 01.09.2017, 18.30 Uhr - Mein Seelengarten - Selbstwahrnehmung und Abgrenzung


Vortrag und Gespräch mit Coelestine Sichelschmidt von Kuyck

Ein Garten ist ein umzäuntes Gebiet, in dem gepflanzt wird. Was könnte gemeint sein mit Seelengarten? Jeder Mensch besitzt etwas, was sein „Selbst“ ausmacht. Dieses sollte gehegt,  gepflegt und beschützt werden. Was pflanzen wir in unseren Garten? Blumen, Bäume, Gräser, Heilpflanzen..... . Sie wollen gegossen und geliebt werden, damit sie wachsen und gedeihen. Wir freuen uns an Schmetterlingen, hübschen Käfern, Eidechsen und Vögeln. Wir beschützen unser Werk durch Abgrenzung, einer Mauer zum Beispiel. Woraus bauen wir diese? Ab und an möchten oder müssen  wir unseren Garten verlassen.

Deshalb gibt es ein Tor. Womöglich wundern wir uns manchmal oder gar öfter über zertrampelte Beete und Unrat, der sich im Garten sammelt. Hatten wir ungebetenen Besuch? Deshalb sollten wir gut darauf achten, das Gartentor immer gut zu schließen.

Während meiner Kur in Schloss Hamborn durfte ich an dem Vortrag von Frau Dr. Sichelschmidt von Kuyck „Mein Seelengarten“ teilnehmen. Ich war so begeistert, dass ich sie im September 2014 erstmals zu uns eingeladen hatte. Die Teilnehmerinnen waren ebenso begeistert wie ich. Viele baten um eine Wiederholung. Jetzt können wir der Bitte nachkommen. 

Rechtzeitige Anmeldungen sichern Plätze! (Renate Witt)

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Anmeldung unter bildung(at)schokofabrik.de.

 

Ort: Treffpunkt, Mariannenstr. 6. Hinterhaus, 3. OG

 


Sonntag 13.08.2017, 11.00 Uhr - ca. 14.00 Uhr - Mauerspaziergang

©Foto: imago/Carmen Schucker

Wo war eigentlich die Mauer in Kreuzberg? Wir gehen vom Mariannenplatz über das Engelbecken, den Moritzplatz zum Checkpoint Charlie. Wir erinnern an besondere Ereignisse an diesem Mauerabschnitt, an die dort Erschossenen, an einen Sprengstoffanschlag und vieles mehr. Wir würden uns freuen, wenn Kreuzbergerinnen und Bewohnerinnen aus Mitte dazukämen, um ihre persönlichen Erinnerungen einzubringen. Renate Witt, die die Führung anbietet, lebte bis 1980 in Friedrichshain und dann in Kreuzberg.

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Treffpunkt: Frauenzentrum Schokofabrik, Hof Mariannenstr. 6

Nur mit Voranmeldung unter: renatewitt(at)schokofabrik.de

 


Samstag 01.07.2017, 13.30 - ca. 17.00 Uhr - Charlotte von Mahlsdorf - Ich bin meine eigene Frau


Besuch des Gründerzeitmuseums in Mahlsdorf
davor Vortrag zur o. g. Biografie von Renate Witt im Gutspark

© dpa

Wie man als schwuler Transvestit, eine Minderheit innerhalb einer Minderheit, Naziherrschaft und SED-Bürokratie in Deutschland überlebt und - vor allem - lebt, davon erzählt Charlotte von Mahlsdorf in ihrer ungewöhnlichen Biographie "Ich bin meine eigene Frau". Charlotte von Mahlsdorf zieht mit ihrem glänzenden Erzähltalent jede*n in ihren Bann. Charlotte von Mahlsdorf, 1928 als Lothar Berfelde im Berliner Vorort Mahlsdorf geboren, war eine faszinierende Persönlichkeit, eine couragierte Außenseiterin und Zeitzeugin, wie man nur noch wenige trifft. Unter einem tyrannischen Vater, der den mädchenhaften Knaben zu einem "echten" Soldaten machen wollte, wächst sie im Deutschland der Nazis auf. Auch die SED-Bürokratie, die ihr das private Gründerzeit-Museum wegnehmen wollte und sie zur "unerwünschten Person" machte, übersteht Charlotte in Faltenrock und Kittelschürze. 

Wir bekommen vor Ort eine Extraführung, Voraussetzung mind. 10 Personen.
Die Betreiber des Museums kannten Charlotte von Mahlsdorf noch persönlich.

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Treffpunkt: S-Bahnhof Jannowitzbrücke an der Rolltreppe, 13.30 Uhr, Museumseintritt 3,50 € (Erm. erfragen)

Bitte unbedingt anmelden bis 28.06.2017 unter +49 (0)30 - 615 29 99 oder bildung(at)schokofabrik.de

Resümee

Schon in der S-Bahn begann Renate Witt aus dem Leben von Charlotte von Mahlsdorf zu erzählen. Es regnete nicht, so konnten wir unser Gespräch im Garten fortsetzen. Charlotte war schon eine besondere Persönlichkeit, die ihr Leben mit einem großen Selbstverständnis in die Hand nahm. Die Führung durch die Räume, mit vielen persönlichen Erinnerungen an sie, war beeindruckend - besonders ihre geliebten Musikgerätschaften.




Donnerstag 15.06.2017, 19.00 Uhr - Die „neuen Alten“ - Älterwerden aus weiblicher* Sicht


Reisebericht und Vortrag mit Karin Mielke

Im April 2011 begann Karin Mielkes Vorruhestand und damit auch die Erfüllung eines großen Traumes: eine dreimonatige Australienreise. Als Wwooferin hat sie auf Farmen mitgearbeitet und berichtet von dieser spezifischen Reiseart, teilt Bilder und gibt Tipps, wie frau* Reisen am besten selbst organisieren kann. Von Pferdefarm bis Traktor fahren, von Perth bis Sydney – an diesem Abend nimmt Karin Mielke uns mit auf ihre Reise und regt so auch den Austausch an über Ängste, Möglichkeiten und (Reise-)wünsche von Frauen* von und im „Unruhestand“.

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Anmeldung unter +49 (0)30 - 615 29 99 oder bildung(at)schokofabrik.de.


Ort:
Seminarraum, Naunynstraße 72



Samstag 20.05.2017, 18.00 Uhr: Im Rahmen der 19. Langen Buchnacht in der Oranienstrasse 2017 "Sehnsucht nach Mutterland"

Lesung und Gespräch mit Sophia Weiss
Autorin, Dipl. Sozialpädagogin

Maya, eine junge Frau, die sich fremd fühlt in der patriarchalen Gesellschaftsordnung, ist auf der Suche nach sich selbst. Ihr Weg führt sie zunächst nach "Frauenland", ein Selbstversorgerinnenhof in Dänemark. Von dort wandert sie drei Jahre lang mit ihrem Pferd und ihrem Hund nach Südfrankreich in die Pyrenäen. Maya erlebt die Leichtigkeit des Unterwegs-Seins. Immer wieder macht sie die Erfahrung, dass sie alles bekommt, was sie braucht. Maya begegnet ihren Ängsten, schmerzhafte, machtvolle Erinnerungen greifen nach ihr. Immer bleibt sie in Bewegung. Ihr Vertrauen in sich selbst wächst und sie findet die Kraft innere und äußere Grenzen zu überschreiten. Sophia Weiss wurde 1962 geboren. Als junge Frau fand sie ihren Platz in der Frauenbewegung. Das Zusammenleben mit Frauen und Tieren und die Arbeit als Selbstversorgerin durchzieht wie ein roter Faden ihr Leben und ist ihr immer Heimat gewesen. In ihrem Diplom-Pädagogik-Studium und auch später in ihrer beruflichen Arbeit setzte sie sich intensiv mit den Folgen sexueller Gewalt auseinander. 'Frauensolidarität' heißt ihre Vision für die Zukunft und ist für sie der Weg ins Mutterland. Ihr besonderes Anliegen ist es, die Erfahrung des Verletzt-worden-Seins aus der Kammer der Privatsphäre und aus den Praxen der Therapeutinnen zu holen, und Frauen-Räume zu öffnen, in denen diese Erfahrung (mit)geteilt werden kann, zu sehen und zu hören sind.

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Lange Buchnacht in der Oranienstrasse 2017


Ort: Frauenzentrum Schokofabrik, Treffpunkt, Mariannenstr. 6, HH, III. Etage

Resümee

Wie eine mutige junge Frau, die den Kontakt zu ihrem inneren Kind auf Grund von sexueller Gewalterfahrung verloren hatte, diesen auf ihrem Weg von Dänemark nach Spanien oft schmerzhaft wiederfindet, schilderte die Autorin in ihrer sehr eindrucksvollen Lesung. Auch dank der sehr gut ausgewählten musikalischen Untermalung nahm sie uns ein Stück auf Mayas Reise zurück ins Leben mit.  Unbedingt empfehlenswert. 

Unsere Malkursleiterin Nouria Khadeeva hat zeichnerisch dokumentiert.





Donnerstag 18.05.2017, 19.00 Uhr - Die verratenen Mütter - Wie die Rentenpolitik Frauen* in die Armut treibt


Vortrag und Diskussion mit Autorin Kristina Vaillant

© Christel Kuke

Mit den geburtenstarken Jahrgängen gehen demnächst sieben Millionen Frauen* in Rente. Ein Drittel von ihnen bekommt nicht mehr als 600 Euro im Monat aus der gesetzlichen Rentenkasse: Altersarmut in Deutschland ist überwiegend weiblich*. "Die Rente ist sicher" – kaum ein politischer Satz brannte sich in Deutschland in die Köpfe ein wie dieser. Dr. Norbert Blüm (CDU) sprach die Worte zwar erstmals im Wahlkampf 1986, am 10. Oktober 1997 sollte er diese jedoch in einer hitzigen Debatte im Deutschen Bundestag wiederholen. Heute, im Jahre 2017, zeigt sich ein anderes Bild: Altersarmut in Deutschland ist präsenter denn je. Dabei bekommen Frauen* im Durchschnitt nur halb so viel Rente wie Männer*; in keinem anderen OECD-Staat ist der Unterschied so groß.

Kristina Vaillant zeigt auf, wie Altersarmut besonders Frauen* betrifft und stellt alternative Modelle der Rente und Absicherung zur Diskussion.

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Anmeldung unter +49 (0)30 - 615 29 99 oder bildung(at)schokofabrik.de.


Ort:
Seminarraum, Naunynstraße 72

Resümee

Kristine Vaillant hat uns in ihrem sehr ausführlichen und anschaulichen Vortrag dargelegt, wie ungerecht und unzeitgemäß unser Rentensystem insbesondere für Frauen aufgestellt ist. Im Vergleich zu vielen anderen europäischen Ländern schneidet unser so reiches Deutschland bemerkenswert lausig ab. Eine anwesende Gewerkschafterin von Verdi pflichtete ihr besonders bei und hat sie für ein Gespräch in ihrer Institution eingeladen. 

Druck auf die Politik ist nötig, um wirkliche Veränderungen herbeizuführen und Altersarmut zu verhindern. 




Freitag 28.04.2017, 19.00 Uhr - Let's choose feminism! - Zum Antifeminismus der Neuen Rechten und Gegenstrategien


Vortrag und Diskussion mit Tanja Zorn & Stefanie Goldman

Die AFD war schon antifeministisch, bevor sie hemmungslos rassistisch wurde. Damit zeigt sich ein zentrales ideologisches Moment, dass sowohl die Neue, konservative, als auch die extreme Rechte eint. Die Keimzelle ihrer nationalen und kulturellen Identität stellt die traditionelle, heterosexuelle Kleinfamilie dar, allen anderen Lebensentwürfen wird häufig die Berechtigung abgesprochen. Besonders der Queerfeminismus wird dadurch zur Angriffsfläche, da er vielfältige Familien- und Lebenskonzepte entwirft und an tradierten Vorstellungen rüttelt.*Seit ihrer Gründung kämpft die AFD gegen „Genderismus“, „Frühsexualisierung“ und allgemein gegen emanzipatorische Errungenschaften. Zudem pflegt sie gute Kontakte in das Milieu der christlichen Rechten. Trotz der wesentlichen Bedeutung des Antifeminismus für die Neue Rechte wird sich von linker Seite hauptsächlich an ihrem Rassismus abgearbeitet und selten feministische Perspektiven im Kampf gegen sie eingebracht. Dabei bietet gerade diese Auseinandersetzung Potentiale zu feministischem Widerstand und neuen feministischen Allianzen.

Let's choose feminism!

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Anmeldung unter +49 (0)30 - 615 29 99 oder bildung(at)schokofabrik.de.


Ort:
Seminarraum, Naunynstraße 72

Resümee

Die Veranstaltung war gut besucht. Die programmatische antifeministische Propaganda der AfD wurde klar ersichtlich.

Es bleibt die Frage, wie begegnen wir Leuten, die dafür empfänglich sind.




Freitag 31.03.2017, 19.00 Uhr - Diskriminierung von Muslima mit Kopftuch per Gesetz. Kritische Perspektiven auf das Berliner Neutralitätsgesetz


Vortrag und Diskussion mit Céline Barry

Gemeinsam mit INSSAN e.V. begleitet das Antidiskriminierungsnetzwerk Berlin des Türkischen Bundes Berlin-Brandenburg e.V. eine Muslima, die vor Gericht dafür kämpft, mit Kopftuch an einer Berliner Schule unterrichten zu dürfen. Der Vortrag legt einen kritischen Blick auf das Berliner Neutralitätsgesetz, das insbesondere muslimische Frauen* mit Kopftuch diskriminiert, indem es das Tragen religiöser Symbole in weiten Teilen der Berliner Verwaltung verbietet. Es werden auch die ferneren Auswirkungen des Gesetzes in Betracht gezogen: Viele Arbeitgeber*innen argumentieren mit dem Gesetz, wenn sie Bewerber*innen für eine Arbeitsstelle, ein Praktikum oder ein Referendariat ablehnen. Beispiele aus der ADNB-Beratungspraxis zeigen Interventionsmöglichkeiten auf.

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Ort:
Seminarraum, Naunynstraße 72

Resümee

Die TeilnehmerInnen sprachen sich alle  klar gegen politische oder religiöse Symbole im Öffentlichen Dienst aus. 

 

 


ABGESAGT! Donnerstag 16.03.2017, 19.00 Uhr - Nein zu Kinderbräuten - Für Gewaltschutz und Selbstbestimmung von Mädchen* und Frauen*


Vortrag und Diskussion mit YAKA-KOOP und TERRE DES FEMMES

In der Türkei liegt das legale Heiratsalter bei 18, etliche Mädchen* werden jedoch früher verheiratet – nach Studien der Universität Hacetepe fast jede dritte. Minderjährige Mädchen* werden auch nach Deutschland zwangsverheiratet, andere bleiben nach einem vermeintlichen Sommerurlaub in der Türkei als Ehefrauen* zurück.

Im Rahmen einer deutschlandweiten Veranstaltungsreihe stellen die Frauenrechtsorganisationen TERRE DES FEMMES aus Berlin und YAKA-KOOP aus Van in der Türkei ihr Kooperationsprojekt gegen Zwangsverheiratung und andere Gewalt gegen Frauen* in der Türkei vor. Zwei Referentinnen von YAKA-KOOP berichten von ihrer Kampagnen- und Lobbyarbeit gegen frühe Zwangsverheiratung und wie sie Mädchen* und Frauen* helfen, die von dieser und anderer Gewalt bedroht oder betroffen sind. Bildung und wirtschaftliche Unabhängigkeit spielen dabei eine wichtige Rolle - YAKA-KOOP erzählt, warum das so ist und was sie für Mädchen* und Frauen* in diesen Bereichen tun.

Die Referentinnen von YAKA-KOOP werden auf türkisch und kurdisch sprechen, TERRE DES FEMMES übersetzt ins Deutsche.

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Ort:
Seminarraum, Naunynstraße 72



Mittwoch 08.03.2017, 19.00 - 23.00 Uhr - Den Frauen*tag im Hamam des Frauenzentrums Schokoladenfabrik e.V. feiern


Wir freuen uns über alle Besucherinnen*, die mit uns dieses Fest der Frauen* genießen möchten!

Bei Musik und Tanz feiern wir unseren Tag und lassen uns orientalische Köstlichkeiten schmecken. Wir bereiten Überraschungen vor, um alle Besucherinnen in Feierlaune zu versetzen. Gemeinsam wollen wir feiern, aber auch entspannen, im Hamam baden, die Sauna besuchen sowie gern den Abend auch mit Anwendungen (wir bitten Termine frühzeitig zu vereinbaren) genießen.

Eintritt: 25,- € (inkl. Überraschungsprogramm, orient. Buffet und Tee aus dem Samowar)

Ticketverkauf: online (www.hamamberlin.de), ab sofort im Hamam oder direkt an der Abendkasse.

Ort: HAMAM - Frauenzentrum Schokoladenfabrik e.V., Mariannenstr. 6, 10997 Berlin

Tel.: +49 (0)30 - 615 14 64

 

 


Freitag 24.02.2017, 19.00 Uhr - "Nicht ohne meine Mutter"


Lesekonzert mit Meral al Mer

Meral wird ausgewählte Passagen aus ihrem Roman „Nicht ohne meine Mutter“ vorlesen, in dem sie beschreibt, wie sie als Kind von ihrem Vater entführt wurde, den sie anzeigte wegen seiner Gewalttätigkeit. Und wie sie wiederfand, was sie so lange entbehrte: ihre Mutter, die sie 25 Jahre nicht sehen durfte.

Parallel zum Buch hat Meral neue Songs geschrieben, den Soundtrack zu ihrer Reise. Entstanden sind gefühlvolle, deutschsprachige Songs voll von Fernweh nach einem Zuhause, Momente zwischen Abschied und Aufbruch, aber immer mit viel Leichtigkeit, die Lust auf Koffer packen macht.

Mit Buch und Musik nimmt Meral ihr Publikum mit auf ihre beeindruckende Reise in die Freiheit und lädt bei ihren Lesekonzerten dazu ein, ein Stück Zeit zu teilen.

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Ort:
Seminarraum, Naunynstraße 72



Freitag 25.11.2016, 19.00 Uhr - Erinnerungskultur der Zapatistinnen* im Widerstand

Vortrag von Dr. Teresa Orozco Martínez

Unter den ersten Dokumenten des Aufstandes des EZLN (Ejército Zapatista de Liberación Nacional) in Chiapas/Mexiko befindet sich „das revolutionäre Gesetz der Frauen“. Dessen erste Fassung enthält zehn klare Forderungen nach elementaren Rechten, die Zapatistinnen* vor allem gegen sexualisierte Gewalt reklamiert haben. Durch eine Politik der „kleinen Schritte“ kämpfen Zapatistinnen* bis heute für eine Kohärenz zwischen dem Bewahren von kultureller Differenz und dem Recht auf körperliche Unversehrtheit, Bewegungsfreiheit, ein selbstbestimmtes Leben und gleichberechtigte Teilhabe. Welche Rolle spielt die Erinnerungskultur in diesem geduldigen Politisierungsprozess? Warum begründen sie ein weibliches Recht auf „würdige Wut“ (digna rabia) und wie gestaltet sich zugleich die unbedingte Zurückweisung patriarchaler Verfügungen sowohl durch familiäre, als auch private oder staatliche Akteur*innen? Welche Spannungen werden sichtbar zwischen ihrer kommunitären Orientierung und westlichliberalen oder postmodernen Feminismen? Kurze Filmausschnitte aus Versammlungen der Zapatistinnen* werden gezeigt.

Dr. Teresa Orozco Martínez ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lateinamerika Institut der FU Berlin im Bereich Politikwissenschaft und Gender Studies.

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Ort:
Seminarraum, Naunynstraße 72

Resümee

Der Tag war eh ein besonderer: In Berlin und weltweit gab es Demos und Kampagnen gegen Gewalt an Frauen*. Ein Leben frei von Gewalt stellt auch eine der zahlreichen Forderungen der Zapatistinnen* in Chiapas, Mexiko dar, in die wir an dem Abend einen Einblick gewannen. Dabei wurden beeindruckende Frauen* wie die comandantas Roberta und Esther und der Kampf an den divesen Fronten, den die indigenen Frauen* führen, vorgestellt. Teresa Orozco gab mit Vortrag und Filmen einen spannenden Überblick und es gab eine rege Diskussion.

 

 


Donnerstag 10.11.2016, 19.00 Uhr - Female HipHop: Von Mainstream zu queerem Rap und zurück

Vortrag und Diskussion mit Autorin Michaela Wünsch und Rapperin Sookee

HipHop gilt als sexistischer und homophober als andere Musikgenres, aber auch als politischer. Dabei wird er vor allem als politisches Sprachrohr von eher männlichen als weiblichen Afroamerikaner*innen verstanden. Der Vortrag wird diese Vorwürfe wie Ansprüche, die vor allem weiße Rezipierende an HipHop richten, anhand
aktueller Tendenzen im Mainstream HipHop diskutieren und auf die komplexe Rolle von Akteurinnen*
im Hiphop zu verweisen.
Rapperin Sookee gibt dabei Einblicke in ihre Perspektiven auf HipHop als politische Künstlerin.

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Ort: Seminarraum, Naunynstr. 72

Resümee

Gemeinsam mit Autorin Michaela Wünsch („Female Hip Hop. Realness, Roots und Rap Models“) und Rapperin Sookee begaben wir uns erst auf eine Reise durch Mainstream Hip Hop und diskutierten Darstellungen von Rihanna und Beyoncé und danach durch queeren deutschen Rap mit diversen Beispielen. Viel wurde diskutiert zu Rezeptionen von Hip Hop durch weiße und durch Schwarze Feminist*innen und wie sie sich unterscheiden; auch dazu, wie die jeweiligen Szenen eigentlich funktionieren und wie Sookee sich in ihnen bewegt, erfuhren wir viel. Mit den vielen Beispielen von Künstler*innen, die vorgestellt wurden, kann jede* auch über den Vortrag hinaus weiter in Female und Feminist Hip Hop hineinhören.

 

 


Freitag 28.10.2016, 19.00 Uhr - Feminismus im Netz und das gewaltvolle Echo

Vortrag und Diskussion mit Jasna Strick

Revolutionen starten heutzutage im Internet – Thesen werden nicht mehr an Kirchentüren genagelt, sondern in Blogs geschrieben. Aus feministischer und genderpolitischer Sicht wurde dies in Deutschland erstmals 2013 durch den mit dem Grimme Online Award ausgezeichneten Hashtag #aufschrei sichtbar. Zum ersten Mal startete im deutschsprachigen Raum eine politische Debatte in sozialen Netzwerken und fand den Weg in klassische Medien, wo sie sich viele Wochen hielt.

Jasna Strick – Autorin, netzaktive Feministin und #aufschreiMitinitiatorin – gibt in ihrem Vortrag Einblick in die vielfältige netzfeministische Szene in Deutschland. Gleichzeitig analysiert sie die Strukturen des Antifeminismus im Netz und des konservativen Widererstarkens im Allgemeinen. Sie stellt aktivistische Erfolge der (auch, aber nicht nur) im Netz real existierenden Gewalt gegenüber und versucht, ein kämpferisches Fazit zu ziehen.

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Ort: Seminarraum, Naunynstraße 72

Resümee

Jasna Strick gab uns Einblicke in ihre eigenen Blogs und Texte (wie Der k_eine Unterschied oder das Buch „Ich bin kein Sexist,aber…“) und stellte auch die vielfältige netzfeministische Szene in Deutschland vor und wie sie untereinander vernetzt ist. Diese Vernetzung und Unterstützung ist besonders wichtig in Anbetracht der erschreckenden gewaltvollen Reaktionen, die auch Jasna Strick erfuhr und erfährt. Wir konnten sozusagen aus erster Hand erfahren, wie #aufschrei seinen Anfang nahm und wie Jasna Strick den Prozess um die Debatte wahrnahm. Dabei war es beeindruckend zu sehen, wie sie und andere Feminist*innen sich trotz allem nicht einschüchtern lassen und das Netz als Raum für gesellschaftliche Veränderung weiter mitgestalten.

 

 


Freitag 23.09.2016, 19.00 Uhr - Audre Lorde in Berlin "black lesbian feminist mother poet warrior"

Vortrag mit Einführung in die AL City Tour

Audre Lorde prägte Akademie wie Aktivismus und machte sich stark für an den Rand gedrängte Perspektiven wie die Schwarzer lesbischer Frauen*. In diesem Vortrag gibt Dagmar Schultz, Vertraute von Lorde und Produzentin des Filmes „Audre Lorde – The Berlin Years 1984 to 1992“, zusammen mit Ika Hügel Marshall,
Mitautorin des Scripts und Protagonistin in dem Film, einen Einblick in das spannende Leben und Wirken der Schriftstellerin und Aktivistin. Dabei nimmt sie vor allem Lordes Aufenthalt in Berlin in den Blick. Mit einer Einführung in die digitale Audre Lorde Berlin City Tour können wir uns selbst und über den Vortrag hinaus auf die Spuren dieser inspirierenden Persönlichkeit begeben.

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Ort: Treffpunkt, Mariannenstraße 6, 3. OG

Resümee

Zumindest virtuell war Audre Lorde am 23.9. wieder in der Schoko und durch die digitale Berlin Tour von den Referentinnen Dagmar Schultz und Ika Hügel-Marshall konnten wir sie auf ihren Wegen in Berlin begleiten und verschiedene Erlebnisse und Erkenntnisse von ihr kennenlernen. Ihre Texte und Eindrücke regten eine spannende Diskussion an und Dagmar Schultz und Ika Hügel-Marshall erzählten von ihrem persönlichen Kontakt mit Lorde und auch von ihren eigenen Werken und Themen. So entstand ein schöner Austausch zwischen verschiedenen Generationen von Aktivistinnen* und Interessierten. Wer leider nicht dabei sein konnte, kann sich aber auch den Film „Audre Lorde – The Berlin Yeras 1984 to 1992“ anschauen oder selbst auf audrelordeberlin.com die digitale Stadtführung mitmachen.

 

 


Donnerstag 15.09.2016, 19.00 Uhr - Gewalt und Diskriminierung gegen Lesben und Trans*

Vortrag und Diskussion mit LesMigras und GLADT

Welche Formen von Diskriminierung und Gewalt erfahren lesbische und transsexuelle Menschen in Deutschland? Wie betreffen diese lesbische oder transsexuelle Migrant* innen? Saideh Saadat Lendle und Salma Arzouni geben Einblicke darin, wie verschiedene Diskriminierungen zusammen wirken und welche Interventions- und Handlungsmöglichkeiten sie sehen und im Rahmen ihrer Arbeit anwenden.

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Ort: Seminarraum, Naunynstraße 72

Resümee

Was bedeutet eigentlich Mehrfachdiskriminierung? Was sind unsere eigenen Zugänge zu dem Thema? Wie ergeht es queeren Geflüchteten in Berlin? Diese Fragen besprachen wir mit Saideh Saadat-Lendle (Les Migras) und Salma Arzouni (GLADT) und gewannen spannende Einblicke in ihre langjährige Erfahrung in der Vereinsarbeit von, mit und für LGBTIQ Migrant*innen. In einem ersten Teil ging es hierbei um spezifische Erfahrungen, die LGBTI* machen, die nach Deutschland migrieren und auch darum, wie Mehrfachzugehörigkeit verstanden werden kann. Spannend war hierbei auch, über Empowerment zu diskutieren. Im zweiten Teil erfuhren wir mehr über die Schwierigkeiten queerer Refugees, Wohnungen zu finden und besprachen Handlungsmöglichkeiten.

 

 


Mittwoch 10.08.2016, 19.00 Uhr - Brauchen wir einen neuen Familismus?

Buchvorstellung "Kritik des Familismus" mit der Autorin Gisela Notz


Der Familismus prägt seit Jahrhunderten Politik und Sozialstruktur in Deutschland und in anderen westlichen Ländern wesentlich. Familismus ist nicht nur ein soziologischer Begriff, sondern eine Ideologie, die die bürgerliche Kleinfamilie als „naturgegebene“ Leitform einer Sozialstruktur bezeichnet. Im Familismus nimmt die Familie, das heißt, die heterosexuelle, monogame VaterMutterKindFamilie die Funktion einer die Existenz des Einzelnen sichernden sowie den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang stützenden Instanz ein. Der Autorin geht es um die Wirkmächtigkeit dieser Ideologie, die alle Menschen, die anders leben, ausgrenzt und in den Programmen und Reden der "neuen Rechten" eine große Rolle spielt.

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Ort: Seminarraum, Naunynstraße 72

Resümee

Woher kommt die Norm der Kleinfamilie und welche Alternativen wurden zu ihr gesucht? Autorin Gisela Notz gab uns einen Einblick in das historische Entstehen des sogenannten Familismus und gemeinsam diskutierten wir Vor- und Nachteile von Familienmodellen. In angenehmer Wohnzimmeratmosphäre kam es zu einem regen Austausch, in dem sowohl persönliche Erfahrungen als auch politische Visionen Platz fanden.

 

 


Donnerstag, 16.06.2016, 18.00 Uhr - Lesung mit Barbe Maria Linke aus dem Buch „Wege, die wir gingen“

Autorinnenlesung von Barbe Maria Linke

Mit zwölf Frauen, sechs aus Ost- und Westdeutschland führte die Autorin Interviews. Die Frauen sprechen über ihre Kindheit, ihre Ausbildung, über Freundschaft und Liebe. Sie denken nach über Gott und die friedliche Revolution, dabei folgen sie stets ihrer eigenen Wahrheit.

Auch Prof. Rita Süßmuth zeigt sich in ihrem Vorwort überrascht über die Individualität und Unterschiedlichkeit der Lebenswege nicht nur zwischen Ost und West, sondern auch innerhalb Ost und West. Obwohl ich es weiß, verblüffte mich erneut, wie unterschiedlich sich jedes Leben gestaltet. Hier Demokratie, dort Diktatur. Aber so einfach ist es nicht.

In den Brechungen der Lebenslinien, liegt das Aufregende und Spannende, liegt die Erkenntnis des Buches. Das alles mit einer wunderbar leichten Hand geschrieben, die die Vertrautheit der Autorin mit den interviewten Menschen erkennen lässt. Jedes Leben ähnelt Gesteinsschichten. Rotviolett, schwarz, orange. Diese Schichtenvielfalt zu zeigen, ist das Anliegen dieses Buches.

Ort: Seminarraum Naunynstr. 72

Resümee

Aus dem Wunsch heraus, individuelle Lebenswege zu dokumentieren und festzuhalten, führte Barbe Linke mit zwölf Frauen in Deutschland Interviews. So entstand eine spannende Collage diverser Biografien aus Ost- und Westdeutschland und nebenbei ein Zeitzeuginnendokument, das es so vorher nicht gab. Damit gibt das Werk Innenperspektiven in zwei politische Systeme, ohne dabei die Individualität der Frauen aus dem Blick zu verlieren. Ein inspirierender Abend und ein spannendes Buch mit überraschenden Einblicken und Erkenntnissen.

 

 


Samstag, 04.06.2016, 18.00 Uhr - Lesung aus dem Buch "In Our Own Words" des International Woman Space (IWS)

Im Rahmen der langen Buchnacht 2016 wird bei uns eine Lesung der Aktivistinnen vom International Women Space (IWS) stattfinden, die es sich 2013 als Aufgabe gesetzt hatten, die Lebensgeschichten von geflüchteten Frauen in Deutschland zu dokumentieren. Mit Hilfe der lateinamerikanischen Tradition der Testimonal-Literatur haben sie dabei immer den Blick darauf, die Stimme der Stimmlosen zu verstärken. IN UNSEREN EIGENEN WORTEN dokumentiert mutige Frauen, die gegen schwierige Realitäten gekämpft haben, wir sind sicher, das wird uns alle in unserem Kampf für Emanzipation inspirieren.

Im Gegensatz zum konventionellen Schreiben über koloniale Situationen, welches in den Zentren der globalen Macht und in der Nähe des Scheitelpunkt des Klassengegensatzes stattfindet, werden die Werke der Testimonal-Literatur von den Subalternen an der Peripherie oder den Rändern der kolonialen Situation geschrieben. Das bedeutet, dass die Ränder des Imperiums nun “zurückschreiben”, um in einem überfälligen Versuch den westlichen Kanon und dessen Version von “Wahrheit” zu korrigieren. George Yuidice hat die Testimonial-Literatur als authentisches Narrativ definiert, welches von der Zeugin erzählt wird, die aus der Dringlichkeit der Situation (wie z.B. Krieg, Unterdrückung, Revolution, usw.) heraus spricht.” Voices for the Voiceless

Wir freuen uns auf eine spannende Lesung!

Ort: Seminarraum, Naunynstraße 72

Resümee

In der Langen Buchnacht gaben uns die Referentinnen von International Women Space einen Einblick in ihre spannenden Interviews mit diversen geflüchteten Frauen, wobei sie vor allem die Geschichte der Aktivistin Sister Mimi in den Blick nahmen. Wir erfuhren, wie die Referentinnen die Ereignisse am Ohlauer Platz und in der Gerhart-Hauptmann-Schule erlebten und interpretierten und wie Frauen sich innerhalb der Refugee Bewegung in Berlin positionieren. Durch das Buch können nun geflüchtete und nicht geflüchtete Personen Einblicke gewinnen und wir hoffen, dass auch das zweite geplante Buch zustande kommt.

 

 


Sonntag, 15.05.2016, 15.00 Uhr - Stadtführung: Berliner Rebellinnen – couragierte Frauen

Führung von Andrea Heubach von Frauentouren

Im Rahmen des Stadtspaziergangs "Berliner Rebellinnen" begeben wir uns auf die Spuren beinahe vergessener couragierter Frauen. Uns begegnen Repräsentantinnen der Frauenbewegungen, Frauen, die an revolutionären Kämpfen teilnahmen, Aktivistinnen lesbischer Subkultur und Widerstandskämpferinnen gegen das nationalsozialistische Regime.

Treffpunkt: Mehringplatz am Halleschen Tor

Resümee

In einer kleinen, aber feinen Gruppe trotzten wir am Pfingstsonntag dem Wetter und begaben uns auf die Spuren couragierter Frauen in Berlin. Andrea Heubach von Frauentouren nahm uns mit auf eine Reise durch verschiedene Zeiten, Biografien und Kämpfe von diversen Frauen. Hedwig Dohm, Lily Braun und viele mehr begegneten uns bei diesem interessanten Spaziergang, der die kalten Füße allemal wert war.

 

 


Mittwoch, 13.04.2016, 18.00 Uhr - Woman in Exile e.V. - Zur Lage der geflüchteten Frauen in Berlin und Umgebung

‚Women in Exile‘ ist eine Initiative von Flüchtlingsfrauen, um für ihre Rechte zu kämpfen. Die Idee, sich als Flüchtlingsfrauengruppe zu organisieren, entstand aus der Erfahrung, dass Flüchtlingsfrauen gleich doppelt Opfer von Diskriminierung sind: Sie werden als Asylbewerberinnen* durch rassistische Gesetze ausgegrenzt und als Frauen* diskriminiert. Der Kampf dagegen wird von geschlechtergemischten bzw. männerdominierten Flüchtlingsselbstorganisationen wenig mitgetragen. An der Schnittstelle zwischen Frauenbewegung und Flüchtlingsbewegung tragen sie flüchtlingspolitische Forderungen aus feministischer Perspektive an die Öffentlichkeit. Frauen können sich hier über alle Unterschiede wie Alter, Herkunft, Religion, Status, sexuelle Orientierung und andere Merkmale hinweg aufeinander beziehen und gemeinsam etwas bewegen. Gemeinsam werden Strategien erarbeitet, um politischen Wandel zu erreichen und Protest gegen die menschenunwürdigen Lebensbedingungen von Flüchtlingsfrauen in die Öffentlichkeit zu tragen.

Bei dem Vortrag werden wir Einiges über die Lage der geflüchteten Frauen in und um Berlin, sowie die Arbeit des Vereins erfahren. Wir freuen uns auf einen informativen Abend.

Ort: Seminarraum Naunynstr. 72

Resümee

Zwei Referentinnen von Women in Exile e.V. haben spannende Einblicke in die spezifischen Erfahrungen und Forderungen geflüchteter Frauen gegeben. Die Veranstaltung war sehr gut besucht, es wurde kontrovers diskutiert und es gab auch die Möglichkeit zur Vernetzung untereinander. Dabei erfuhren wir etwas über Fluchtgeschichten und über die prekäre Lage geflüchteter Frauen in Deutschland. Die Referentinnen stellten zudem die Arbeit ihres Vereins vor und sprachen sich für Zugänge zu Bildung und Arbeit und für eine dezentrale Unterbringung aus. Wir diskutierten mögliche Herangehensweisen und es wurde ein interessanter, auf Grund der Thematik aber auch aufwühlender Abend.

 

 


Donnerstag, 03.03.2016, 20.00 Uhr - Filmvorführung "Wo die freien Frauen wohnen"

Film D 2014, 90 Min von Uschi Madeisky, Dagmar Margotsdotter-Fricke, Daniela Parr mit freundlicher Unterstützung von Uschi Madeisky

Im Süden von China, rund um den Lugu-See, lebt das Volk der Mosuo. Die Mosuo sind bekannt für ihr harmonisches Zusammenleben. Bei ihnen gibt es keine Eifersucht, keine Gewalt und keinen Krieg. Gegensätze wie "arm" und "reich" kennen sie nicht. Machtstreben ist ihnen fremd. Sie gelten als sehr zufriedene und glückliche Menschen. Das gesamte gesellschaftliche Zusammenleben richtet sich nach der Lebenswelt von Frauen und Kindern. Männer sind dabei die fürsorglichen Unterstützer.

Die Mosuo-Frauen gelten als besonders entspannt, frei und selbstbestimmt. Es sind die Frauen, welche die wirtschaftlichen und sozialen Fäden in der Hand halten. Mosuo bleiben mit ihrer Ursprungsfamilie immer innig verbunden. Sie kennen keine Ehe, der Liebhaber bleibt nur über Nacht, tagsüber lebt und arbeitet er in seinem Mutterclan. In diesem Verhältnis ist die Frau die Einladende. Das hat den Mosuo-Frauen im gesamten China den Ruf eingebracht, sie seien leicht zu haben. Der innerchinesische Tourismus nahm aus diesem Grund zu.

Der Film geht der Frage nach, wie die Mosuo Tourismus und matriarchale Tradition vereinbaren.

Ort: Treffpunkt, Mariannenstr. 6, HH, III. Etage

Resümee

Wir hatten einen netten und gut besuchten Abend im Treffpunkt der Schokofabrik mit dem Film "Wo die freien Frauen wohnen". Darin ging es um das Volk der Mosuo aus dem Süden Chinas, das nach matriarchalen Traditionen lebt und versucht diese gegen den innerchinesischen Tourismus zu verteidigen.

 

 


Mittwoch, 17.02.2016, 19.00 Uhr: Die Genossenschaft als Form für Solidarisches Wirtschaften

Vortrag und Diskussion mit Elisabeth Voß

Als Betriebswirtin und Publizistin arbeitet Elisabeth Voß zu Ideen und Praxen alternativer, sozialer und solidarischer Wirtschaftsweisen.

Gemeinschaftliches Wirtschaften braucht nicht nur gute Ideen, sondern auch geeignete Formen.

Für selbstverwaltete Betriebe und Projekte ist die Genossenschaft in vielen Fällen eine passende Rechtsform, um dauerhaft gemeinsame Ziele gleichberechtigt umzusetzen. Genossenschaften sind nicht dafür da, maximale Gewinne zu erwirtschaften – so wie es in der herrschenden Wirtschaft üblich ist – sondern sollen die Bedürfnisse ihrer Mitglieder erfüllen. Der Genossenschaftsgedanke der gemeinschaftlichen wirtschaftlichen Selbsthilfe lässt sich jedoch auch in anderen rechtlichen Formen verwirklichen.

Im Vortrag geht es um die Besonderheiten genossenschaftlichen Wirtschaftens, um die Vorzüge, aber auch um mögliche Probleme und Lösungsansätze.

Ort: Seminarraum, Naunynstraße 72

 

 


Mittwoch, 27.01.2016, 18.00 Uhr - Kampfplatz Liebe - Wieviel Gleichberechtigung verträgt die Partnerschaft?

Autorinnenlesung mit Marie-Luise Schwarz-Schillin

Ob Equal Pay, Kind versus Karriere oder Frauenquote, gerade im beruflichen Feld stehen Frauen wie Männern oft Probleme im Weg, die ihren Ursprung in der Geschlechterfrage haben.

Marie-Luise Schwarz-Schilling beleuchtet dieses Thema, indem sie in einer fiktionalen Talkrunde ganz unterschiedliche Männer und Frauen zu Wort kommen lässt. „Ich wollte eine Talkrunde erschaffen, in der die ernsten Probleme, die sich aus ererbten Glaubenssätzen und Hintergründen in Hirn und Herz ergeben, besprochen werden – manchmal sogar mit einem Lächeln“, erklärt die Autorin. In der Talkrunde sitzen ein investigativer Journalist, eine Tänzerin des Staatsballetts Berlin, ein eleganter Finanzexperte, eine Mathematikerin, eine Autorin historischer Romane und ein Bierbrauer, dessen Drogenvergangenheit und früherer Beruf als Polizist ihn sehr geprägt haben, zusammen – und reden. Sie alle sind Singles, sie alle vertreten unterschiedliche Meinungen: kämpferisch, heiter, verärgert und nachdenklich.
Die 81-jährige Autorin hat dreißig Jahre lang ein mittelständisches Unternehmen geführt und war auch in der Politik aktiv. Aus ihrem reichen Erfahrungsschatz hat sie Bücher geschrieben und Artikel zu Politik, Philosophie und Marktwirtschaft veröffentlicht. Ihre Themen kreisen um die wachsende Spannung zwischen Wettbewerb und Zufriedenheit und um die Veränderung der Hierarchie zwischen Mann und Frau.

Ort: Seminarraum, Naunynstraße 72


Resümee

Ein diskussionsreicher, netter und mitunter sehr komischer Abend war das mit Marie-Luise Schwarz-Schilling. Wir haben aus ihrem Buch "Kampfplatz Liebe" gehört und im Austausch der Generationen intensiv über Geschlechterverhältnisse in Partnerschaft und Wirtschaft diskutiert und die Rolle des Feminismus mit Errungenschaften und Perspektiven erörtert.


Freitag, 04.12.2015, 18.00 Uhr - Hannah Arendt und die Liebe

Vortrag und Gespräch mit Rosa Coco Schinagl

"In der Liebe lebend, wird die Welt zur Wüste statt zur Heimat“ (H. Arendt)

Hannah Arendt (1906 Hannover - 1975 New York) ist die wohl bekannteste weibliche Philosophin/ politische Theoretikerin des 20. JH, die in den letzten Jahren wieder mehr Aufmerksamkeit erfuhr.

Unterrichtet u.a. von Bultmann, Jaspers, Heidegger und in engem Austausch mit den wichtigsten Philosophen ihrer Zeit ist ihr Leben durch die Weltkriege geprägt.

Berühmt ist sie für ihre streitbaren Schriften nach dem 2. Weltkrieg - aber auch die junge Arendt zeigt bereits ein Interesse Normen zu hinterfragen und zu dekonstruieren. Anhand ihrer Überlegungen zum christlichen Liebesbegriff und ihrer Analyse, die zu dem Ergebnis kommt, dass genau jener den Menschen von der Welt und seinen Mitmenschen entfremdet, nähern wir uns gemeinsam der kaum bekannten, jungen Arendt aus den 20er Jahren.

Ort:  Seminarraum, Naunynstraße 72

Resümee

Die Religionswissenschaftlerin Rosa Coco Schinagl hat uns einen fundierten und spannenden Vortrag über das frühe Werk Hannah Arendts, insbesondere ihre Auseinandersetzung mit Augustins Liebensbegriff in ihrer Dissertation aus dem Jahr 1928, gehalten. Wir haben gerne zugehört und noch intensiv diskutiert.

 

 


Donnerstag, 12.11.2015, 19.00 Uhr - Filmvorführung: Dringend gesucht - Anerkennung nicht vorgesehen

Ein Film von Anne Frisius in Zusammenarbeit mit Mónica Orjeda, 65 min, 2014 Hamburg/Amsterdam/Bremen

Anschließend Podiumsgespräch mit der Filmemacherin, Mónica Orjeda und Gästen.

Moderation Conny Roth

 

Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichten von illegalen Hausarbeiterinnen in Hamburg, Amsterdam und Bremen und von ihrem Kampf um Rechte und Anerkennung. Die Hausarbeiterinnen und ihre Familien haben keinerlei Rechte, da sie als „Illegale“ gelten und ihre Arbeitsbedingungen verstoßen häufig immens gegen geltende Menschenrechte. Die Situation der Frauen wird von Arbeitgebern ausgenutzt und die ausländischen Frauen werden zu Niedriglöhnen angeworben.

Der Film dokumentiert Gerichtsstreite ebenso wie Wege der Frauen in die Öffentlichkeit, auf der Suche nach politischen Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Situation. Die Filmemacherin leistet einen Beitrag zur gesellschaftlichen Diskussion um Arbeit in privaten Haushalten, der die Perspektive der Hausangestellten in den Mittelpunkt rückt.

Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit der Regenbogenfabrik statt.

Ort: Regenbogenfabrik, Kinosaal, Lausitzer Str. 22

Resümee

Podiumsgespräch

Der Film von Anne Frisius hat uns einen spannenden und erschütternden Einblick in die Geschichten von illegalisierten Hausarbeiterinnen in Hamburg, Amsterdam und Bremen ermöglicht, die zum Teil über 20 Jahre unter prekärsten Bedingungen, ohne Krankenversicherung, Altersvorsorge und rechtliche Absicherung in Europa arbeiten. Ihren Kampf um die Rechte und Anerkennung als Arbeiterinnen und für ihre Familien und der mühsame Weg in die Öffentlichkeit dokumentiert der Film.

Im Anschluss daran haben wir mit Mónica Orjeda und der Filmemacherin über den Stand der politischen Initiativen und die Rolle der Gewerkschaften in Deutschland weiter diskutiert. Ein spannender Abend!

 

 


Sonntag, 22.11.2015, 13.00 Uhr - Todesgöttinen und Trauernde. Eine frauenhistorische Spurensuche auf den Friedhöfen am Mehringdamm

mit Claudia von Gélieu, Frauentouren

Claudia von Gélieu vermittelt seit 25 Jahren Frauengeschichte und legt dabei einen besonderen Fokus auf die Geschichte von Frauen aus und in Berlin. Sie führt über die Friedhöfe am Mehringdamm, welche im frühen 18. Jahrhundert angelegt wurden und erläutert die besondere Rolle von Frauen in der Trauerkultur. Welche Geschichte erzählen die unzähligen und äußerst vielfältigen weiblichen Skulpturen, die die Gräber schmücken? Was verraten Grabinschriften über gesellschaftliche Geschlechterrollen? Besucht werden auch die Gräber der berühmten Salonieren Rahel Levin und Henriette Herz sowie das der Komponistin Fanny Mendelssohn-Hensel, die hier begraben wurden. Eine Möglichkeit zum Aufwärmen gibt es beim Besuch der Ausstellung zur Familie Mendelssohn.

Treffpunkt: Friedhofseingang Mehringdamm, U6+U7 Mehringdamm

Resümee

mit Claudia von Gélieu am Friedhof Mehringdamm

Pünktlich zum ersten Schnee Ende diesen Jahres hat uns Claudia von Gélieu über die Friedhöfe am Mehringdamm geführt. Wir haben einiges über die Rolle der Frauen als Trauernde erfahren und die Symbolik der Gräber zu verstehen gelernt. Ein spannender Rundgang mit leider kalten Füße.

 

 


Sonntag, 08.11.2015, 18.00 Uhr Wer ist die Schönste von uns, oh Mondin?

Ana Rhukiz erzählt im Rahmen der Berliner Märchentage

Die Erzählerin Ana Rhukiz nimmt uns mit auf eine wundervoll sinnnliche Reise zu der Berberinnen Nordafrikas und bringt Märchen von machtvollen mythologischen Frauenfiguren aus dem ungeheuren Märchenschatz dieser jahrtausendealten FrauenKultur mit zauberhaften Klängen zu Gehör.

Ort: Hamam, HH Mariannenstr.6

Resümee

Erzählerin Ana Rhukiz hat uns in die wundervolle Welt der Märchen in der Tradition der Berberinnen Nordafrikas entführt. Ihre sehr sinnlichen Erzählungen voller Duft und Klänge waren für uns Zuhörerinnen eine zauberhafte Reise in die uralte Mythologie der Frauen.

 

 


Dienstag, 06.10.2015, 18.30 Uhr - Indische Göttinnen und Feminismus

Vortrag und Gespräch mit Johanna Sieben, Religionswissenschaftlerin

„Jai Mata Kali, Jai Mata Durga“

Heilige Mutter, Göttin des Flusses oder starke Kämpferin  -  In der indischen Götterwelt gibt es eine schier unvorstellbar große Anzahl weiblicher Gottheiten mit teils sehr unterschiedlichen Eigenschaften. Im Vortrag werden die Geschichten einzelner Göttinnen erzählt und deren Bezug zum sozialen Gefüge Indiens, insbesondere in Bezug auf die Situation der Frauen, dargestellt.

Ort: Seminarraum, Naunynstr. 72

Resümee

Referentin Johanna Sieben

Religionswissenschaftlerin Johanna Sieben hat uns einen spannenden Einblick in die Welt der indischen Göttinnen und in moderne feministische Bewegungen in Indien ermöglicht. Somit konnten wir über die Schnittstelle von beiden und einiges über die großen Errungenschaften der indischen Frauen und ihre Potentiale erfahren. Wir haben gerne zugehört und noch lange diskutiert!

 

 

 


Mittwoch, 16.09.2015, 19.00 Uhr - Die Geschichte der Familie Rosenberg

Vortrag und Gespräch mit Petra Rosenberg, Vorsitzende des Landesverbandes der Sinti und Roma Berlin-Brandenburg

Petra Rosenberg erzählt die bewegende Geschichte ihrer Familie. Ihr Vater, Otto Rosenberg, in Berlin aufgewachsen, überlebte nicht nur Auschwitz, sondern auch die Lager Dora, Buchenwald und Bergen-Belsen und wurde nach dem Ende des Nationalsozialismus Vorstandsmitglied im Zentralrat Deutscher Sinti und Roma.

Die Biografie „Das Brennglas“ erzählt eindrucksvoll von Kindheit und Jugend Otto Rosenbergs, ebenso wie vom Weiterleben in Deutschland nach 1945.

Petra Rosenberg führt heute die Arbeit ihres Vaters fort und engagiert sich auf vielen Ebenen intensiv gegen Feindbilder, Diskriminierung und Vorurteile.

Ort: Naunynstr. 72, Seminarraum

 

 


Freitag, 11.09.2015, 18.00 Uhr Die Rückkehr des Ur - Weiblichen - Vortrag und praktische Erfahrungen

mit Gabie Gerbeth, Heilpraktikerin und Psychotherapeutin

Alles in der materiellen Welt der Dualität besteht aus zwei Polen: Nacht und Tag, Yin und Yang oder Frau und Mann. Viele Zeitalter lang regierte das männliche Prinzip die Erde und das weibliche Prinzip wurde immer mehr zurückgedrängt. Gabie Gerbeth setzt sich ein für eine Rückkehr des sogenannten Ur-Weiblichen auf die Erde.

Um in der gegenwärtigen, vom männlichen Prinzip dominierten Gesellschafts- und Arbeitswelt anpassungsfähig zu sein und zu bleiben, schwingen Frauen mit dieser mit. Dadurch geht ihnen die Vertrautheit mit ihrem ureigenen weiblichen Pol immer mehr verloren. Diesen wiederzuentdecken kann zu einer Ruheoase und Kraftquelle in der häufig von Stress und Rastlosigkeit geprägten Welt werden. Wenn das Weibliche in Frauen und Männern individuell und damit auch in der Gesellschaft und der Kultur wieder den ihm gebührenden Platz einnimmt, kann Heilung auf vielen Ebenen und damit ein neues Miteinander auf individueller wie auf kollektiver Ebene geschehen.

Wir bitte um Anmeldung!

Ort: IV. Etage, HH Mariannenstraße 6


Vortrag "Die Rückkehr des Ur-Weiblichen" fällt aus!

Wir bedauern sehr, dass aufgrund eines familiären Krankheitsfalls der Vortrag "Die Rückkehr des Ur-Weiblichen" morgen am 11.9.2015 um 18 Uhr leider ausfallen muss.

Bei tieferem Interesse an dem Thema können Sie sich mit der Dozentin Gabie Gerbeth in Verbindung setzen.

Ihre Kontaktdaten finden Sie unter:

Gabie Gerbeth - Heilpraktikerin und Psychotherapeutin

www.gg-heilpraktiker-berlin.de

 

 


Donnerstag, 03.09.2015, 18.00 Uhr - Frauen und Rente: Was ist wichtig?

Informationsveranstaltung der Deutschen Rentenversicherung

Die Referentin informiert über Fragen und Möglichkeiten der Rente speziell für Frauen. In dieser Infoveranstaltung werden u.a. folgende Themen besprochen:

 -      Eigene  Rente und zusätzliche Altersvorsorge

-       Elternzeit, Teilzeitjobs, Minijobs und Pflege von Angehörigen

-       Versorgungsausgleich bei Scheidung

-       Witwen- und Erziehungsrenten

 

Es besteht die Möglichkeit, eigene Fragen zu stellen.

Ort: Seminarraum,  Naunynstraße 72

 

 


Montag, 20.04.2015 - Filmvorführung: Aghet - Ein Völkermord

Überaus spannender Dokumentarfilm über den Genozid an den Armeniern. Regte alle Teilnehmerinnen sehr zum Nachdenken an und Ansehen wird wärmstens empfohlen!


Freitag, 11.03.2015, 19.00 Uhr - Vortrag: ‚Gewöhnt euch dran, wir sind überall!'

Vortrag und Diskussion zu feministischen und queeren Interventionen in der Türkei


Ceyda Keskin, Aktivistin und Pädagogin MA hält uns einen Vortrag zum Thema feministische Interventionen in der Türkei. Darin zeigt sie, wie die Gezi-Proteste der feministischen, als auch der LGBTIQ-Bewegung in der Türkei neuen, nachhaltigen Impuls gegeben haben. Sie wirft zunächst ein Blick auf die historischen, gesellschaftspolitischen und sozialen Entwicklungen in der Türkei. Anschließend wird die politische Agenda der feministischen und LGBTIQ-Bewegung dargestellt, um so Rahmenbedingungen, Möglichkeiten und Grenzen der queeren und feministischen Praxis und Politik in der Türkei aufzeigen zu können. Wir freuen uns auf einen spannenden Abend.

Ort: Seminarraum Naunynstr. 72

Resümee

Die Pädagogin und Aktivistin Ceyda Keskin hat uns einen spannenden Vortrag über den aktuellen Stand der LGBTIQ Bewegung in der Türkei gehalten. Wir haben eine Menge über die politische Situation in der Türkei, sowie Formen feministischer Intervention gelernt. Leider war die Veranstaltung nicht so gut besucht wie wir gehofft hatten. Wir hatten trotzdem einen interessanten und auch witzigen Abend.

 

 


Montag, 16.02.2015, 19.00 Uhr - Die Freihandelsabkommen zwischen EU und USA

Vortrag und Gespräch mit Ulrike Herrmann, Wirtschaftsredakteurin der taz

Freihandel ist ein Projekt der Mächtigen. Bei den geplanten Abkommen geht es gar nicht um Handel, sondern um Lobbyismus.

Ort: Seminarraum, Naunynstraße 72


Resümee

Ulrike Herrmann hat uns kompetent und für alle gut verständlich die schwierige Materie der Freihandelsabkommen zwischen der EU und USA sowie - ganz wichtig - Canadas erläutert. Zur Vertiefung sei ihr Buch "Der Sieg des Kapitals" empfohlen.


Freitag, 13.02.2015, 19.00 Uhr - Durch Gärten tanzen

Tanz-Dokumentar-Spielfilm, 130min, von Oxana Chi und Layla Zami, DE/ID/FR 2014, die Filmemacherinnen sind anwesend

Tatjana Barbakoff begeisterte mit ihren charismatischen Tänzen das Europa der 1920/30er Jahre. Die zeitgenössische Tänzerin Oxana Chi erinnert mit ihrer meditativ_rasanten Performance „Durch Gärten“ an Tatjana, die zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Das Filmkunstwerk, das wir präsentieren möchten, ist ein politisch-poetisches Porträt zweier Tänzerinnen und deren Wegbereiterinnen, welches spüren lässt, dass die Vergangenheit so lebendig ist wie die Gegenwart.

Ort: Treffpunkt, Mariannenstraße 6, HH, III. Etage

 

 


Montag, 19.01.2015, 18.30 Uhr - Bona Peiser - Ein Porträt

Bona Peiser

Für den Erhalt der gleichnamigen Bibliothek!

Vortrag und Gespräch mit Fraucke Mahrt-Thomsen

Zu Anfang präsentiert Dr. Gisela Notz den diesjährigen Kalender „Wegbereiterinnen“ in dem auch Bona Peiser gewürdigt wird.

Bona Peiser (1864-1929), die erste deutsche Bibliothekarin, war eine Wegbereiterin der Bücher- und Lesehallen-Bewegung und der Frauenarbeit in Bibliotheken. Sie wuchs als Tochter eines jüdischen Verlagsbuchhändlers in der Spandauer Vorstadt auf, aber den größten Teil ihres Lebens befanden sich ihre Wohn- und Arbeitsstätten in der Luisenstadt (ab 1920: Kreuzberg und Mitte). 

1994  benannte der Bezirk mit großer Unterstützung des lokalen Bürgervereins die Stadtteilbibliothek in der Oranienstraße 72 nach Bona Peiser. Das Bezirksamt  wollte die Bona-Peiser-Bibliothek bereits im Herbst 2014 schliessen. Nur die massiven Proteste der Bürgerinnen und Bürger verschaffte ihr eine Verschnaufpause bis zum Sommer 2015 - aber die Zukunft ist ungewiss.

Ort: Seminarraum, Naunynstraße 72

Resümee

Spannender Vortrag! Das Ergebnis unserer Veranstaltung ist ein Brief an die Bezirksstadträtin. Unter Feministische News kann dieser abgerufen werden. Wer den Kalender Wegbereiterinnen erwerben möchte: gisela.notz[at]t-online.de Um mehr über die Situation der Bibliothek zu erfahren: frauke.mahrtthomsen[at] gmail.com

 

 


Mittwoch, 19.11.2014, 18.30 Uhr - Tania Witte - bestenfalls alles

Tania C Witte, Schriftstellerin, Journalistin, Spoken-Word-Performerin,

liest aus ihrem dritten Roman

Eine Reise zu Sehnsucht und Illusion, zu harter Wahrheit und blauen Flecke, zu Liebe! Und zu der Erkenntnis, dass Suchen besser als Finden sein kann ....

bestenfalls alles ist ein turbulenter Roadtrip zu den Wurzeln der Identität, ist Suche und die Erkenntnis, dass Finden nicht immer erstrebenswert ist. Tania Witte jongliert ebenso spielerisch mit den Schicksalen ihrer Protagonist*innen wie sie es mit Worten tut. Auch im dritten Teil ihrer Berliner Stadtgeschichten begleitet sie ihre queere Clique auf Höhenflüge und in Abgründe, über Autobahnen und auf Feldwege – mit viel Humor, gewohnt liebevoll und immer mit Tiefgang.

Ort: Seminarraum, Naunynstraße 72

Resümee

Liebe Tania, wir haben den Abend mit Dir wieder sehr genossen. Wunderbar, wie Du es verstehst, uns auch mit schwieriger Thematik zum Lachen zu bringen. Danke! Unbedingt empfehlenswert!

 

 


Montag, 17.11.2014, 19.30 Uhr - Angela Davis - Eine Legende lebt

Foto: Julian Krüger

Dokumentarfilm 78 min. dt. von Christel Priemer und Ingeborg Weber

anschließend Vortrag und Gespräch mit Dr. phil. Marion Kraft

 

Eine Dokumentation über den Lebensweg der afroamerikanischen Frau, die für die USA eine Zeit lang Staatsfeindin Nr. 1 war, die in  Berkeley bei Herbert

Marcuse und in Frankfurt am Main bei Max Horkheimer und Theodor W. Adorno studierte. Sie war eine zentrale Persönlichkeit und Aktivistin in der Black Panther Party, Wissenschaftlerin mit Schwerpunkt Feminismus und afroamerikanischer Politik und Kultur und ist immer noch politisch aktiv, zum Beispiel in der Kampangne zur Freilassung von Mumia Abu Jamal.

Sie feierte in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag.

Marion Kraft hat eine Reihe von Vorträgen gehalten über Rassismus und zum Leben, der Literatur und Kultur Schwarzer Frauen, u.a. an den Universitäten Hamburg, Bielefeld und Osnabrück und in Harare, Zimbabwe, Boston, USA und Montreal, Kanada. Als Kulturschaffende betont sie in allen ihren Tätigkeiten  die Bedeutung des interkulturellen Lernens. Heute wird sie zu Angela Davis‘ Engagement für die Abschaffung der Gefängnisse, d.h. für eine neue Abolitions-Bewegung sprechen und mit uns diskutieren. 

Ort: Mariannenstr. 6, HH, III.Etage

Resümee

Ein gelungener Abend. Sehr erfreulich, dass so viele Frauen am Thema interessiert sind. Der Film hat uns sehr persönliche Seiten von A. Davis gezeigt. Marion Kraft hat mit ihrem Vortrag brilliant den politischen Aspekt ergänzt, ein wunderbares Fazit gezogen - nämlich, dass wir uns auf die wesentlichen politischen Dinge konzentrieren und uns für alle Benachteiligten unserer Gesellschaft einsetzen müssen.

 

 


Samstag, 11.10.2014, 14.00 - ca. 19.00 Uhr - Einführung in Sanitärarbeiten

Workshop mit Bea Fünfrocken

Die Sanitärinstallation in der Wohnung – Dichtungswechsel am tropfenden Wasserhahn, den ewig undichten WC - Spülkasten reparieren und den verstopften Abfluss endlich gründlich reinigen – dieses und vieles mehr können wir miteinander an diesem Sonnabend in den Griff bekommen.

Min. 5 TN - Max. 8 TN, 10,00€ für Material, unbedingt anmelden!

Ort: Seminarraum, Naunynstraße 72

 

 


Freitag, 19.09.2014, 19.00 Uhr - Amon- Mein Großvater hätte mich erschossen

Foto: Thorsten Wulff

Autorinnenlesung und Gespräch mit Jennifer Teege

Es ist ein Schock, der ihr ganzes Selbstverständnis erschüttert: Mit 38 Jahren erfährt Jennifer Teege durch einen Zufall, wer sie ist. In einer Bibliothek findet sie ein Buch über ihre Mutter und ihren Großvater Amon Göth. Millionen Menschen kennen Göths Geschichte. In Steven Spielbergs Film «Schindlers Liste» ist der brutale KZ-Kommandant der Saufkumpan und Gegenspieler des Judenretters Oskar Schindler. Göth war verantwortlich für den Tod tausender Menschen und wurde 1946 gehängt. Seine Lebensgefährtin Ruth Irene, Jennifer Teeges geliebte Großmutter, begeht 1983 Selbstmord.
Jennifer Teege ist die Tochter einer Deutschen und eines Nigerianers. Sie wurde bei Adoptiveltern groß und hat danach in Israel studiert. Jetzt ist sie mit einem Familiengeheimnis konfrontiert, das sie nicht mehr ruhen lässt. Wie kann sie ihren jüdischen Freunden noch unter die Augen treten? Und was soll sie ihren eigenen Kindern erzählen? Jennifer Teege beschäftigt sich intensiv mit der Vergangenheit. Sie trifft ihre Mutter wieder, die sie viele Jahre nicht gesehen hat.
Gemeinsam mit der Journalistin Nikola Sellmair recherchiert sie ihre Familiengeschichte, sucht die Orte der Vergangenheit noch einmal auf, reist nach Israel und nach Polen. Schritt für Schritt wird aus dem Schock über die Abgründe der eigenen Familie die Geschichte einer Befreiung.

Ort: Mariannenstr. 6, HH, IV.Etage, Anmeldung sichert Platz!


Resümee

Der Kommentar mehrerer Besucherinnen: "Die beste Lesung, die ich seit langem erlebt habe."

Ganz herzlichen Dank an Jennifer Teege und unsere fleißigen Helferinnen Christina und Lilly.


Donnerstag, 11.09.2014, 18.30 Uhr - Die Frau meines Vaters - Erinnerungen an Ulrike Meinhof

Foto: Jutta Dittfurth

Autorinnenlesung mit Anja Röhl

Anja Röhl ist die Stieftochter Ulrike Meinhofs. Als Tochter aus erster Ehe Klaus Rainer Röhls lernt sie im Alter von 5 Jahren die neue Freundin und spätere Frau ihres Vaters kennen. Für Anja ist sie die einzige Erwachsene, die das Kind wirklich versteht, die gegen

den Vater Partei ergreift, bei der es keine Angst vor Strafe haben muss und bei der es sich zugehörig fühlt.
»Kind sein heißt allein sein, schuld sein, essen müssen, schlafen müssen, brav sein müssen. Kind sein heißt, sich nicht wehren zu können.« So erlebt Anja Röhl ihre Jugend in den 1950er und 60er Jahren. Im Arbeiterviertel Hamburg - Barmbek herrscht die Dumpfheit der Nachkriegszeit. Die Mutter, als geschiedene Alleinerziehende ausgegrenzt, ist ständig überfordert und kommt erst spätabends nach Hause; den Vater, übergriffig und manipulierend, aber von der linken Schickeria hofiert, sieht sie nur selten; die Altnazi-Großeltern bieten bei kurzen Besuchen noch die meiste Wärme.
Die Dankbarkeit für die intensive Erfahrung mit Ulrike Meinhof prägt auch Anja Röhls Beziehung zu ihr nach deren Trennung von Mann und Kindern. Anja Röhl bleibt ihr verbunden, als sie bereits als „Terroristin“ gesucht wird, besucht sie im Gefängnis, schreibt ihr Briefe, obwohl sie Ulrike Meinhofs politische Positionen nicht teilt.

Ort: Treffpunkt, Mariannenstraße 6, HH, III. Etage


Resümee

Anja Röhl zeigte uns eine bisher kaum bekannte Seite von Ulrike Meinhof. Für sie war sie in ihrer Kindheit oft die einzige Person und Freundin, der sie sich anvertrauen konnte, die sie ermutigte und bestärkte, ihren eigenen Weg zu gehen.

Die Realität der Gesellschaft der Bundesrepublik der 50er und 60er Jahre wurde sehr präsent und viele der Teilnehmerinnen fühlten sich an ihre persönlichen Erlebnisse dieser Zeit erinnert. Absolut weiterzuempfehlen!



Donnerstag, 04.09.2014, 19.00 Uhr - Mein Seelengarten - Selbstwahrnehmung und Abgrenzung

Vortrag von Dr. Cölestine Sichelschmidt von Kuyck

Die Veranstaltung ist ausgebucht!!!!!!

Was könnte gemeint sein mit Seelengarten?

Jeder Mensch besitzt etwas, was sein „Selbst“ ausmacht. Dieses sollte gehegt,  gepflegt , beschützt und vor allen Dingen auch erkannt werden. Wie sieht mein Garten aus,was wächst darin? Blumen, Bäume, Gräser, Hecken, unbekannte Ecken,Steine ,Wasser. Alles will gepflegt, gegossen ,bearbeitet und gesehen  werden. Alles hat dort einen Platz.  Wir beschützen diesen Garten mit einer Umfriedung, einer Mauer. Ab und an möchten oder müssen  wir unseren Garten verlassen. Deshalb gibt es ein Tor. Womöglich wundern wir uns manchmal oder gar öfter über zertrampelte Beete und Unrat, der sich im Garten sammelt. Hatten wir ungebetenen Besuch?

Deshalb sollten wir gut darauf achten, das Gartentor immer gut zu schließen. Und wie und wo begegnen wir den anderen Menschen?

Während meiner Kur im Januar d.J. in der Reha - Schloss Hamborn durfte ich an dem Vortrag von der Ärztin Frau Sichelschmidt von Kuyck „Mein Seelengarten“ teilnehmen. Ich war so begeistert, dass ich sie zu uns eingeladen habe. Ihre Weisheiten helfen mir täglich im Umgang mit meinen Mitmenschen. Renate Witt

Ort: Treffpunkt, Mariannenstr. 6 HH, III. Etage


Resümee

Wir bedanken uns herzlich für den wunderbaren Vortrag "Mein Seelengarten" von Frau Dr. Sichelschmidt von Kuyck. Mit viel Humor und zugewandt gab sie uns viel Anregung, achtsam mit uns selbst und anderen umzugehen.

Erfreulich auch, dass viele neue Besucherinnen auf diesem Wege in die Schoko gefunden haben.

 


Samstag, 24.05.2014, 19.00 Uhr - Lange Buchnacht in der Oranienstraße

© Reinhard Simon

Mit Autorin und Spoken-Word-Performerin Tania Witte.

Nach ihrem Debütroman „beziehungsweise liebe“ erzählt Tania Wittes zweiter Roman "leben nebenbei“ von (un-)gewöhnlichen Verstrickungen einer Berliner Runde, in der begehrt, gelacht, gefeiert und getrauert wird und erwartete Wendungen niemals eintreten.

Die Geschichte: Karrierefrau Johanna ist spurlos verschwunden. Als ihre Haushaltshilfe Frau Schäfer merkt, dass niemand ihre Arbeitgeberin vermisst, wirft sie jede Diskretion über Bord und sich selbst ins Geschehen. Die besonnene Nicoletta kämpft mit Rollenerwartungen und der Frage: Kann ein Mensch sich willentlich entlieben? Berlin, Erkner, Island, Johannesburg und ein Dorf bei Ingolstadt, die Irrungen des Lebens würfeln den queeren Freundeskreis durch die Welt und am Ende landen alle da, wo es am meisten weh tut: bei sich selbst.

Ort: Mariannenstraße 6, HH, III. Etage


Resümee

Wir haben uns mit Tania Witte bei der Lesung aus ihrem Buch "leben nebenbei" herrlich amüsiert. Sie versteht es, die Charaktere ihrer Protagonisten in genau der richtigen Dosierung zu überspitzen. Aufgelockert hat sie ihre Lesung durch eine wahrlich gekonnte "Spoken - word" Einlage, in der sie vom Leben mit ihren imaginären "Kindern" (so nennt sie die Charaktere) sprach. Köstlich, wir freuen uns auf dein neues Buch Tania !

Dank auch an Risk für die Fotos.

 

 


Dienstag, 13.05.2014 - Die Ehre, die Arbeit, das Amt - Für andere etwas tun: zwischen Ehrenamt und prekärem Arbeitsverhältnis

Vortrag mit Bildern und Diskussion mit Gisela Notz

Über den Bedeutungswandel von "freiwilliger Arbeit", vom Beginn der Industrialisierung über die Freiwilligendienste" während der beiden Weltkriege, die Pflichtdienste des NS-Regimes bis zur Krise des Sozialstaates und zur aktuellen sozialpolitischen Situation.

Ohne "Freiwilligenarbeit" würde das System der sozialen Dienste und der gesundheitlichen Versorgung,der Umweltschutz, die Soziokultur und ein großer Teil der Kulturarbeit zusammenbrechen.

Was heißt das für die Zukunft von Arbeit und Leben?

Eine Kooperation zwischen Schoko- und Regenbogenfabrik.

Ort: Regenbogenfabrik, Lausitzer Straße 22, 10999 Berlin



Mittwoch, 07.05.2014, 19.00 Uhr - Vortrag und Diskussion über die Emanzipation ostdeutscher Frauen

Vortrag und Diskussion mit der Professorin für Soziologie der Geschlechterverhältnisse Dr. Irene Dölling

Wie emanzipatorisch waren und sind die Frauen der ehemaligen DDR?

Nach der ‚Wende’ haben Soziologen den Frauen in der DDR bzw. in Ostdeutschland einen ‚Modernisierungsvorsprung’ in punkto Erwerbsbeteiligung und Vereinbarung von Familie und Beruf gegenüber westdeutschen Frauen bescheinigt.

In welcher Hinsicht waren sie moderner oder emanzipierter, welche Widersprüche zwischen Anspruch und Realität wiesen die Geschlechterarrangements auf?

Können sie unter den aktuellen Bedingungen noch Orientierungspunkt für eine emanzipatorische Geschlechterpolitik sein?

Über diese Fragen wollen wir mit Prof. Dr. Irene Dölling sprechen.

Ort: Frauenzentrum Schokoladenfabrik, Naunynstraße 72



Dienstag, 29.04.2014, 19.00 Uhr - Diskussion mit der taz-Redakteurin Heide Oestreich

Foto: Kathrin Windhorst/ taz

Herausforderungen an die Gleichstellungspolitik

Derzeit wird es in den großen Tageszeitungen diskutiert: Wollen Frauen überhaupt selber die Quote? An welchen Rollenbildern orientieren sich Jungen und Mädchen und sollte der Staat an der „Umerziehung“ dieser Rollenbilder Einfluss haben? Das Prinzip „Gender Mainstreaming“ ist in einer weiten, öffentlichen Debatte als feministisches Hirngespinst verrufen, Redakteure und Politiker verdächtigen es der Gleichmacherei.

Neben der massiven Kritik sind in den letzten Jahren progressive, feministische Netzwerke von Frauen und Männern entstanden, die folgenden Fragen nachgehen: Was muss Gleichstellungspolitik heute leisten? Wie können wir Arbeitsbedingungen ändern, damit Männer und Frauen Verantwortung im Beruf und im Haushalt übernehmen können? Was kann Gender Mainstreaming konkret bedeuten? Welche Herausforderungen gibt es an die neue Bundesregierung? Brauchen wir die Quote?

Diese und andere Fragen wollen wir mit der taz-Redakteurin für Geschlechterpolitik diskutieren.

Ort: Frauenzentrum Schokoladenfabrik, Naunynstraße 72



Dienstag, 18.03.2014, 19.00 Uhr - Rettet den Sozialstaat! Fakten gegen Vorurteile

 

Interaktive Lesung und Musik mit der Dipl.- Politologin Kerstin Gundt

Eine Kooperationsveranstaltung des Frauenzentrums Schokofabrik und der Bar Marianne

Die Politologin Kerstin Gundt stellt Wege aus der Wirtschaftskrise vor. Sie möchte euch informieren, aufklären, durch Fakten schockieren und wütend machen, aber auch Perspektiven aufzeigen.

Das Buch entlarvt die wichtigsten wirtschaftlichen Mythen, stellt diese in einen historischen Kontext und zeigt Lösungswege auf. Einige von ihnen sind sofort umsetzbar, andere erfordern ein längerfristiges Umdenken. Es gibt auch einen guten Einblick in die Situation von Arbeitslosen und enthält wichtige Informationen für Hartz IV Bezieher. Es erklärt, warum die Arbeitslosigkeit steigt und es immer mehr Kriege gibt.

Zur Unterhaltung wird Kerstin Gundt eigene Lieder und Gedichte zum Thema vortragen und ein kleines Quiz mit uns machen.

Ort: Bar Marianne, Mariannenstraße 6; 10997 Berlin



Donnerstag, 06.03.2014, 19.00 Uhr - Drei zwiespältige homosexuellen-emanzipatorische Vorkämpferinnen

Emma Trosse: Sammlung Helmut Poppelreuter
Johanna Elberskirchen: Wikimedia Commons
Theo Anna Sprüngli: Frauenkulturarchiv Düsseldorf

Ein multimedialer Vortrag über mutige, provokante und engagierte Frauen mit der freien, promovierten Politikwissenschaftlerin Christiane Leidinger.

Sie waren die ersten drei des Dritten Geschlechts. Um 1900 leisteten Johanna Elberskirchen (1864-1943), Theo Anna Sprüngli (1880-1953) und Emma Trosse (1863-1949) wichtige Beiträge zur homosexuellen Emanzipation.

Die innovative Kraft ihrer Werke reicht von der neuen Kategorie der „Sinnlichkeitslosen“ bis zur Beschreibung lesbisch-sexueller Höhepunkte, von der kritischen Ablehnung der sexualwissenschaftlichen „Mannweiber“-Theorie bis zur Psychologisierung von Diskriminierungsfolgen.

Befragt man die Schriften und Lebensläufe jedoch nach Positionen zu Klassenherrschaft, „Eugenik“/„Rassenhygiene“ und Kolonialismus, werden problematische politische Widersprüche deutlich.

Ort: Frauenzentrum Schokoladenfabrik, Naunynstraße 72



Freitag, 21.02.2014, 19.00 Uhr - Film über Frauenorganisationen in Nicaragua

Ein Film (2011/42 min.) von Mareike und Swantje Fehling mit freundlicher Genehmigung von der Christlichen Initiative Romero

Gewalt gegen Frauen ist trauriger Alltag in Nicaragua. Jede Form der Gewalt- körperliche, psychische und ökonomische- hat gravierende Folgen für das Leben der Betroffenen. Doch die Frauen beginnen sich zu wehren.

Frauenorganisationen bieten psychologische Betreuung und juristische Unterstützung an. Gleichzeitig betreiben sie Lobbyarbeit und sensibilisieren die Bevölkerung. Sie helfen den betroffenen Frauen, sich ein neues, unabhängiges Leben aufzubauen.

Der Dokumentarfilm ergründet Ursachen und Folgen der Gewalt an Frauen in Nicaragua und zeigt deren Aufbegehren gegen Gewalt und Machismo auf.

Ort: Frauenzentrum Schokoladenfabrik, Mariannenstraße 6, III. Etage



Mittwoch, 20.11.2013, 19.00 Uhr - Die Tochter – eine Clansaga aus dem Matriarchat der Khasi

Film D 2011, 54 min von Uschi Madeisky und Daniela Parr

mit freundlicher Genehmigung von Uschi Madeisky

Als vor 13 Jahren der viel gesehene Film „Die Töchter der sieben Hütten“ entstand, war Kamtilin noch ein Kind. Aber es war schon sicher, dass sie eines Tages den Clan der Massar leiten würde, denn bei den Khasi wird das Erbe immer an die jüngste Tochter weitergegeben. Sie verwaltet Grundbesitz und Vermögen und sorgt für alle. Nach dem Tod von Kamtilins Großmutter und Mutter wurde sie bereits im Alter von Mitte zwanzig Clanoberhaupt. Zunehmend bringt nun das sich ausbreitende Patriarchat Probleme in alle Familien der Khasi. Wie Kamtilin diesen Herausforderungen begegnet, von ihren Anstrengungen, die Großfamilie zusammenzuhalten und Tradition und matriarchales Bewusstsein zu bewahren, erzählt dieser Film.

Ort: Treffpunkt, Mariannenstraße. 6, HH, III. Etage


Resümee

Ein schöner Filmabend war das! Der Film erzählt von den Khasi, einer indigenen Gruppe im Nordosten Indiens und deren matriarchaler Gesellschaftsstruktur. Ein Dankeschön an alle Frauen für die interessante und intensive Diskussion.



Mittwoch, 13.11.2013, 18.30 Uhr - Die 5 Phasen des Sterbens- Elisabeth Kübler Ross

Elisabeth Kübler Ross

Vortrag und Diskussion mit der Dipl.-Psychologin Monika Funck

Elisabeth Kübler-Ross definierte die heute anerkannten fünf Phasen des Sterbens in ihrem Buch "Interviews mit Sterbenden". Hierin sind die Erfahrungen von über 200 sterbenden Patienten aus den USA verarbeitet, mit denen sie gesprochen hat. Es sind nicht Phasen des körperlichen Vorgangs Sterben, sondern der geistigen Verarbeitung des Zwangs zum Abschied vom Leben bei Menschen, die bewusst erleben, dass sie massive gesundheitliche Verschlechterungen durchmachen bzw. eine infauste Prognose mitgeteilt bekommen. Ebenso sind diese Phasen mitunter bei deren Angehörigen zu beobachten. Es handelt sich um unbewusste Strategien zur Bewältigung extrem schwieriger Situationen, welche nebeneinander vorhanden sein und verschieden lang andauern können. Diese Stadien bieten einen sehr nützlichen Wegweiser,  um die verschiedenen Phasen, die ein sterbender Patient durchlaufen kann, zu verstehen. Ausgehend von den Erkenntnissen von Frau Kübler Ross werden auch weitergeführte Konzepte und Erfahrungen zur Sterbe- und Trauerbegleitung mit einbezogen.

Ort: Seminarraum, Naunynstraße 72

Programmplanänderung! Vielen Dank an die Referentin und Dipl.-Psychologin Monika Funck, dass sie für die ursprünglich vorhergesehene Referentin Barbara Wanner einspringt.


Resümee

Ein Vortrag über das Leben und den Umgang mit dem Sterben. Die Diplom-Psychologin Monika Funck führte uns ein in die Erkenntnisse von Elisabeth Kübler-Ross und untermauerte dies mit ihren beruflichen Erfahrungen in der Palliativstation. Vielen Dank an Frau Funck für den gelungenen Abend!



Dienstag, 05.11.2013, 19.00 Uhr - Den Tagen, die da kommen gewachsen zu sein

Autorinnenlesung: Das Leben der Zenzl Mühsam in Briefen und Dokumenten. Uschi Otten zeichnet den Lebensweg einer unbeugsamen Frau nach.

Die bayerische Bauerntochter aus der Holledau, die 1915 den jüdischen Apothekersohn Erich Mühsam zum Gatten nahm, war nicht allein Muse seiner Bänkellieder, die den umtriebigen Bohemien mit ihrem Liebreiz, den brotlosen Dichter mit ihren Kochkünsten bestrickte, sondern ebenbürtige Gefährtin, die ohne ideologische Bindung, sondern aus eigener Lebenserfahrung ein Ziel mit ihm teilte: eine von Gewalt und Unterdrückung befreite Menschheit. Sie stand 1918 an Mühsams Seite, als er die Münchner Bevölkerung zur Beendigung des Weltkriegs und zur Revolution aufrief und floh nach seiner Ermordung ins sowjetische Exil, wo sie in eine 20jährige Odyssee durch den Stalinschen Gulag geriet. Erst 1955 gestattete man der 71jährigen Anarchistenwitwe die Rückkehr nach Ost-Berlin, wo sie allen Widerständen zum Trotz für die Veröffentlichung seiner Werke eintrat. Im Lebensweg dieser Unbeugsamen verdichtet sich auf eindrückliche Weise die Geschichte des Zwanzigsten Jahrhunderts.

Ort: Seminarraum, Naunynstraße 72



Montag, 04.11.2013, 19.00 Uhr - Zur Situation der Frauen in der Südosttürkei

Ein Kooperationsprojekt zwischen TERRE DES FEMMES e.V. und dem Frauenzentrum Schokofabrik

Seit Mai 2013 unterstützt TERRE DES FEMMES das Projekt „Ein Haus für Frauen in Batman/Südosttürkei“. Das Frauenprojekt entstand zur Verbesserung der Lage der Frauen, die sich von unterdrückerischen Familienverhältnissen befreien wollen, Schutz vor häuslicher Gewalt suchen und eine selbstbestimmte Existenz für sich und ihre Kinder aufbauen möchten. Den Frauen wird nicht nur bei der Suche nach Arbeit und einer Wohnung geholfen, sondern sie werden zudem auch bei Weiterbildungsmöglichkeiten und einer Berufsausbildung unterstützt. In diesem Sinne bietet das Frauenzentrum auch Bildungsseminare an, um den Frauen durch den Aufbau einkommensschaffender Maßnahmen in Richtung finanzieller Unabhängigkeit neue Möglichkeiten zu eröffnen.

Ort: Frauenzentrum Schokoladenfabrik, Naunynstraße 72.


 

 


Mittwoch, 16.10.2013, 19.00 Uhr - La casa delle donne - Das Haus der Frauen

Lesung mit der Autorin Elisabeth Pricken mit Musik von Lizzie Libera

In ihrem dritten Roman beleuchtet die Autorin die frühen 1980er Jahre aus den Augen einer jungen Frau namens Nelly, die ihre westdeutsche „Vorstadtidylle“ gegen ein Leben als Straßenmusikerin eintauscht. Beim Trampen durch Europa landet sie in einem von Feministinnen besetzten Haus in der italienischen Hauptstadt. Hautnah begleiten wir die Protagonistin durch eine politisch und emotional turbulente Zeit auf dem Weg in die Emanzipation und erfahren dabei spannende Details, angefangen von der Geschichte der Frauenunterdrückung seit der Antike, über südländische Traditionen bis hin zu ehemaligen Partisaninnen. (Das besetzte Frauenhaus existierte tatsächlich zwischen 1974 und 1984 in Rom.)

Ort: Seminarraum, Naunynstraße 72



Mittwoch, 18.09.2013, 19.30 Uhr - Wahlheimat - warum ich Deutschland lieben möchte

Seyran Ates, Copyright by Julia Zimmermann

Autorinnenlesung mit Seyran Ates

Seyran Ates ist eine Frauenrechtlerin, Autorin und Rechtsanwältin, die sich vorwiegend mit Strafrecht und Familienrecht befasst. Seyran Ates war Mitglied der Deutschen Islamkonferenz und nahm am Integrationsgipfel der Bundesregierung teil. Wegen gewalttätiger Angriffe und Bedrohungen durch Prozessgegener sowie wegen Anfeindungen von verbandspolitischer Seite gab sie im August 2006 vorübergehend ihre Anwaltszulassung zurück. 2009, nach neuen Morddrohungen und unmittelbarer Gefahr für sie selbst und ihre Familie zog sie sich ganz aus der Öffentlichkeit zurück.

Willkommen zurück, mit deinem leidenschaftlichen Plädoyer für die Freiheit.

"Ich lebe in einem Land, das mich schützt, wenn ich wegen meiner Meinung bedroht werde. In Deutschland kann man als Freigeist vom Staat geschützt werden, in der Türkei kann man als kritischer Publizist im Gefängnis landen." Erst, wenn wir die Freiheit verlieren, erkennen wir, dass sie durch nichts zu ersetzten ist. Seyran Ates hat um die Freiheit gekämpft- um ihre eigene und die der Frauen, deren Rechte sie verteidigt. Als in Istanbul gebürtige Deutschtürkin ist für sie das Recht auf freie Meinungsäußerung und Selbstentfaltung nichts Selbstverständliches, sondern ein Privileg, dass es zu schützen gilt. Seyran Ates schreibt ein engagiertes Plädoyer für die Freiheit, die Menschenwürde und unsere Verfassung. Sie fordert auf, diese Errungenschaften gegen Angriffe von Rechtsradikalen und Fundamentalisten beherzt zu verteidigen und unsere politische Kultur aktiv mitzugestalten.

Ort: Treffpunkt, Mariannenstraße 6, HH, III. Etage


Resümee

Seyran Ates las aus ihrem aktuellen Buch "Wahlheimat- Warum ich Deutschland lieben möchte". Anschließend folgte eine spannende Diskussion! Vielen Dank an Seyran und auch an den rbb, der die Veranstaltung begleitete.



Dienstag, 10.09.2013, 19.00 Uhr - Frauenkörper neu gesehen

Autorinnenlesung mit Dr. Laura Meritt

Die komplett überarbeitete Fassung bleibt ein einzigartiger Glücksfall durch den unverstellten, beobachtungsgenauen und allumfassenden Blick auf die weibliche Sexualanatomie. In diesem Buch finden frauentypische Gesundheitsfragen eine Antwort: von gynäkologischer Selbstuntersuchung über Empfängnisverhütung, Safer Sex, Schwangerschaftsabbruch, sexuell übertragbare Infektionen, chirurgische Eingriffe, Intimchirurgie, die Wechseljahre, Krebsfrüherkennung, Hormonbehandlung, Entspannungsübungen bei Menstruationsbeschwerden oder Schwangerschaftstests bis hin zur sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentitäten. Frauenkörper neu gesehen ist ein in verständlicher Form geschriebenes Basisbuch für alle. Es ermuntert zum Erkunden des weiblichen Körpers in all seinen wunderbaren Dimensionen und vermittelt Zusammenhänge, die sexuell bestärkend und bewusstseinserweiternd wirken. Die Lektüre befähigt, sich ein eigenes und anderes Bild von Frauen zu machen.

Ort: Seminarraum, Naunynstraße 72

 

Resümee

Anschaulich und in unterhaltsamer Stimmung erzählte uns Dr. Laura Méritt, was Frau vielleicht noch gar nicht über ihren Körper wusste.
Mehr davon kann man in dem von ihr neu herausgebrachten Buch "Frauenkörper- neu gesehen" nachlesen.



Dienstag, 27.08.2013, 19.00 Uhr - Bedingungsloses Grundeinkommen - eine Utopie?

Eine Kooperation der Regenbogenfabrik und der Schokofabrik

Vortrag und Diskussion mit der Betriebswirtin und Redakteurin bei CONTRASTE Elisabeth Voß

Was unterscheidet die verschiedenen Konzepte für ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)? Wem nützen sie und was können Fallstricke sein? Gibt es bereits heute Erfahrungen damit? Und lässt sich ein BGE emanzipatorisch und geschlechtergerecht gestalten, als Beitrag zu einer gesellschaftlichen Veränderung?

Ort: Regenbogenfabrik, Kino, Lausitzer Str. 22


Resümee

Ein aktuelles und spannendes Thema, interessant vorgetragen und anschaulich präsentiert, war der Grundstein für unsere rege Diskussion über Utopie und Machbarkeit. Vielen Dank Frau Voß.



Samstag, 08.06.2013, 19.00 Uhr - 22.00 Uhr - 15. Lange Buchnacht in der Oranienstraße - "Eskimo Limon 9"

Autorinnenlesung mit Sarah Diehl


Willkommen in Niederbrechen:

Eine jüdische Familie zieht in die hessische Provinz. Für die alarmierte Dorfgemeinschaft stellt sich die bange Frage: Wie geht man mit den Neuen um?

Während sich Ehemann Chen in die Arbeit stürzt und Ehefrau Ziggy versucht, sich mithilfe des altlinken Dorfkauzes Rainer Koffel in der neuen Heimat zurechtzufinden und ihre eigene Emanzipationsgeschichte vorantreibt, klärt Sohn Eran seine interessierten Mitschüler darüber auf, dass die Eis am Stiel-Filme, anders als von der Dorfjugend vermutet, nicht aus Italien, sondern aus Israel kommen – wo sie Eskimo Limon heißen. Dabei tritt in einem Reigen von Missverständnissen die Wahrheit zutage: Die Deutschen wissen zwar vieles über Judenvernichtung – aber kaum etwas über Juden …

Ort: Treffpunkt, Mariannenstraße. 6 HH IV Etage

Resümee

Sarah Diehl unterhielt uns prächtig mit ihrer Lesung aus ihrem Buch "Eskimo Limon 9". Dank auch an Anna Katharina Bechtoldt für Ihre Moderation.

 

 


Mittwoch, 22.05.2013, 19.30 Uhr - Occupy Money - Damit wir zukünftig ALLE die Gewinner sind

Autorinnenlesung und Diskussion mit Prof. Dr. Margrit Kennedy

„Vor genau dreißig Jahren lernte ich einen kleinen, aber bedeutsamen Konstruktionsfehler in unserem Geldsystem kennen, der mich bis heute beschäftigt: Den Zins“.

Im Zuge der Finanzkrise gewinnt Margrit Kennedys Buch mehr denn je an Aktualität. Die Geldexpertin beschäftigt sich mit den Folgen unseres Geldsystems und der damit verbundenen wachsenden sozialen Ungleichheit. Neben ihrer Analyse eröffnet sie zugleich Denkräume für Alternativen. Es geht um neue Geldentwürfe, die helfen, Geld zu schaffen, das weder einem krankhaften Wachstumszwang unterliegt, noch eine ständige Umverteilung von der großen Mehrheit der Menschen auf eine kleine Minderheit verursacht. Margrit Kennedy erklärt in ihrem Buch Occupy Money leicht verständlich, worin der Fehler liegt und was wir verändern können und geht dabei auf eine Vielzahl von alternativen Geldkonzepten ein. Prof. Dr. Margrit Kennedy ist Architektin sowie Städte- und Regionalplanerin und promovierte in öffentlichen und internationalen Angelegenheiten. Als Leiterin der Forschungsabteilung „Ökologie und Energie“ in der internationalen Bauausstellung Berlin 1979-84 und in ihrer Arbeit als Professorin für Technischen Aufbau und Ressourcensparendes Bauen an der Universität Hannover stieß sie immer wieder auf einen kleinen, aber bedeutsamen Konstruktionsfehler in unserem Geldsystem.

Wir freuen uns sehr, Margrit Kennedy als eine Mitgründerin der Schokofabrik hier begrüßen zu dürfen!

Ort: Treffpunkt, Mariannenstr. 6, HH, III. Etage



Samstag, 11.05.2013, 14.00 – 18.00 Uhr - Einführung in die Elektronik

Bea Fünfrocken, Elektrikerin und Technikerin

In diesem Kurs habt ihr die Möglichkeit, euch mit den Grundlagen der Elektrik vertraut zu machen und selbst zu experimentieren.

Der theoretische Teil rund um Strom, Spannung, Widerstand, Schutzklassen und Installationszonen wird begleitet von praktischen Übungen. Jede Frau kann eine Lampenfassung zusammenbauen, einen Stecker anschließen und einige Grundschaltungen montieren. Hierbei wird verschiedenes Elektrowerkzeug vorgestellt und der Umgang damit geübt.

Bei Interesse können Elektrokleingeräte mitgebracht werden, um eventuelle Fragen zu klären, ebenso Lampen, bei denen die Montage unklar ist oder Leuchtmittel, deren Funktionsweise neugierig macht, oder, oder ....

Min. 5 TN - Max. 8 TN, 10,00€ für Material, unbedingt anmelden!

Ort: crassa minerva, Cuvrystraße 20a, 10997 Berlin



Dienstag, 19.03.2013, 20.00 Uhr - For the next 7 generations – Die Botschaft der weisen Alten

Filmvorführung

(85 min.; Englisch mit deutschen Untertiteln) und anschließendem Gespräch

„Bei allen Freiheiten die wir haben – wir müssen bedenken, welche Auswirkungen unsere Entscheidungen für die folgenden sieben Generationen haben werden.“

(Aus dem „Großen Gesetz“, der Verfassung der Irokesen)

Sie spüren, dass etwas nicht in Ordnung ist mit unserer Welt. Sie spüren, dass sie uns ihre Vision von einer Welt, die wirklich funktioniert, mitteilen müssen, bevor es zu spät ist. 13 Stammesälteste aus den USA, Südamerika, Indien, Nepal und Tibet kamen zusammen, um eine Allianz zu schmieden: „The International Council of the 13 Indigenous Grandmothers“. Dieser Film zeigt ihre Geschichte. Er zeigt, was möglich ist, wenn sich weise Frauen verbinden, um zu handeln, bevor die Zeit abgelaufen ist. Das Filmteam begleitete das Council vier Jahre lang – in den amazonischen Regenwald, in die Berge von Mexiko oder zum Treffen mit dem Dalai Lamas und schuf einen bewegenden, mitfühlenden Film, geprägt von weiblicher Weisheit. Diese 13 Großmütter strahlen eine Weisheit aus, die von überliefertem Wissen unserer Vorfahren geprägt ist und weder durch politische noch kulturelle Gesellschaft verunreinigt wurde. Sie geben Antworten auf Fragen zum Zustand unserer Welt – und nicht nur das: Sie weisen den Weg in eine Zukunft, die wir uns wünschen, auch wenn wir sie nicht mehr für realisierbar halten.

Ort: Treffpunkt, Mariannenstr. 6, HH, III. Etage


Resümee

Dieser Film hat uns am 19.03.13 so fasziniert, dass wir keine Zeit für Fotos hatten.  Unbedingt empfehlenswert! 

Die Großmütter besuchen Deutschland vom 19. bis 21.Juli 2013.

Dank an die Besucherinnen für die Spende. Wir leiten Sie an die Großmütter weiter.

Danke an Horizonworld für die Aufführungsrechte und Sabine und Carmen für die wunderbare Zusammenarbeit.



Mittwoch, 06.03.2013, 19.00 Uhr - No one's fool

 

Tanzfilm ca. 60 min.

Christa Biedermann präsentiert sich vor und hinter der Kamera und ganz gegenwärtig

„Lass' die grüblerischen Gedanken aus dem Hirn rausfließen und genieße deine Gegenwart“, schrieb ihr eine Freundin im Jahr 1988. Und das sollte sie sich zu Herzen nehmen.

Die Künstlerin arbeitet nach dem Prinzip „Eine Frau – Eine Kamera“ an verschiedenen Plätzen und die Filme sind unterlegt mit von Christa Biedermann eigens komponierter Keyboard- und Klavierbegleitung, die ihre Arbeiten abrunden. Ein Spiel mit BLAU. Luftig wie ein Pinselstrich. Die endlose Weite. Die blauen Berge. Die blauen Absurditäten lösen sich in blauen Wolken auf oder in dem berühmten blauen Dunst. In blaue Luft. In Berliner Blau. Verwischt wie ein blauer Pinselstrich.

Ort:  Seminarraum, Naunynstr. 72




Donnerstag, 21.02.2013, 19.00 Uhr - Nina Simone - I Put a Spell on You

Wir lesen aus ihrer Biografie in Deutsch, wir sehen Nina life in concert und hören einige ihrer songs a capelle von MFA Kera, Black Heritage. Im Anschluss legt Sam auf.

Nina Simone (Eunice Kathleen Waymon) ist eine der bekanntesten Jazz- und Bluessängerin des 20. Jahrhunderts und sowohl Klassik- als auch Jazzpianistinnen. Im North Carolina der dreißiger Jahre aufgewachsen steigt sie mit ihrem Song Mississippi Goddam 1964 zu einer Ikone der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA auf. In der Zeit des Vietnam-Krieges behält sie einen Teil ihrer Steuern ein, um den Krieg nicht mitzufinanzieren, woraufhin sie von FBI und CIA als gefährlich eingestuft wird. Auftritte bleiben aus und Plattenfirmen ziehen sich zurück.

Daneben leidet sie stark unter dem damaligen, offenen Rassismus in den USA und entscheidet sich dafür, ihr Leben in Europa und Afrika fortzuführen. 2003 stirbt Simone in Südfrankreich.

Ihre Autobiografie I Put a Spell on You erschien Anfang der 90er Jahre. Sie schildert darin ihre gescheiterten Ehen, die Gradwanderung, erfolgreiche Künstlerin und zugleich Mutter zu sein und die Schwierigkeit, als schwarze Musikerin anerkannt zu werden.

Im Rahmen des Black History Month feiert die Schokofabrik in Kooperation mit Mo und Miss Sam, MFA Kera von Black Heritage und dem Cafe Marianne und mit euch diese wunderbare Künstlerin.

Ort: CafeBar Marianne, Mariannenstrasse 6, 10997 Berlin


Resümee

Mo und MFA Kera

Wir haben am 21.02.13 den 80. Geburtstag der großartigen Musikerin Nina Simon gefeiert. Dank der tollen Zusammenarbeit mit der Agentur Miss Sam, Sam und Mo, MFA Kera von Black Heritage und Gaby aus der Bar Marianne wurde es ein gelungenes Fest.



Montag, 11.02.2013, 19.30 Uhr - Hurriya heißt Freiheit

Hurriya heißt Freiheit
© Cyril Schirmbeck

Autorinnenlesung mit Dr. Necla Kelek

Wer einmal die Freiheit gespürt hat, vergisst sie nicht mehr..

Necla Kelek ist nach Ägypten, Tunesien und Marokko, ins Herz der arabischen Revolte, gereist und hat Frauen getroffen, die bereit sind, für »Hurriya«, die Freiheit, ihr Leben zu riskieren. Sie hat erfahren, welche Hoffnungen sie hegen und wovor sie sich fürchten, und fand eine – von allen Seiten bedrohte – Sehnsucht nach einem freien Leben.

Da ist Meryem, die junge Bloggerin, die auf dem Tahrir-Platz die Freiheit gegen Mubaraks Militär, gegen Willkür und Korruption verteidigt und in Angst lebt, weil täglich Menschen erschossen und verschleppt werden. Oder Niha, die Rechtsanwältin, die sich seit Jahren für Frauenrechte einsetzt und jetzt fürchtet, dass Islamisten genauso wie der Militärrat den Frauen die letzten Rechte nehmen. Für sie ist eine gerechte Gesellschaft ohne freie Frauen undenkbar. Marijam hingegen demonstriert in Tunis dafür, dass sie mit dem Schleier studieren darf. Sie und ihre Freunde verstehen unter Hurriya, die Universitäten von westlicher Dekadenz zu befreien. Sie meinen die Freiheit, Allah dienen zu dürfen, und die Freiheit der Männer, über die Frauen zu bestimmen. Für Fatima aus Casablanca ist Hurriya die Chance, Arbeit zu finden und den Lohn behalten zu dürfen.

Necla Kelek erzählt vom Nil, vom Weihnachtsoratorium in Kairo und von Silvester mit Fundamentalisten in Kairouan. Sie analysiert, warum der Aufstand scheitern und trotz alledem weitergehen wird. Das arabisch-islamische System von Macht und Religion ist nicht besiegt. Aber es sind die Frauen, die Hoffnung machen und die wir nicht im Stich lassen dürfen.

Dieses Buch ist in Zusammenarbeit mit Peter Mathews entstanden, der Necla Kelek auf der Reise begleitet hat. Er ist u.a. Autor einer Reihe von Krimis und Romanen.

Ort: Mariannenstraße 6, HH, III. Etage


Resümee

Necla Kelek las aus ihrem gleichnamigen Buch. Anschließend hatten wir eine sehr interessante Diskussion mit ihr und den Besucherinnen über die Situation der Frauen in Nordafrika. Vielen Dank für Deinen Besuch, Necla.

 

 


Freitag, 25.01.2013, 18.30 Uhr - Wir sind anders - und darauf sind wir stolz!

Sonja Schelper
Pride-Parade 2010, Belgrad: filia fördert die Frauenbewegung in Serbien.

Sonja Schelper, die Geschäftsführerin von filia, stellt ihre Stiftung vor.

filia ist die größte deutsche Frauenstiftung, eine Tochter der Frauenbewegung und in mehrfacher Hinsicht anders: filia ist international vernetzt und unterstützt weltweit, strategisch und solidarisch. Projekte von lesbischen Aktivistinnen gehörten von Anfang an selbstverständlich dazu – filia hat gerade die mehrfach Diskriminierten im Blick. Vertrauen und Wertschätzung sind die Basis der Arbeit.

Als Gemeinschaftsstiftung lädt filia zum Mitmachen ein. Ein Mädchenbeirat bei filia diskutiert die Förderung in Deutschland und filia‘s Geldanlagepolitik ist konsequent nachhaltig. Sonja Schelper berichtet über mehr als 250 Förder-Projekte – 64 Stifterinnen – 15,8 Millionen Euro Kapital – und noch viele Pläne. Einige zentrale Aspekte der Arbeit werden zur Diskussion gestellt. 

Ort: Seminarraum Naunynstraße 72