Offener Brief des "Arbeitskreis Frauengesundheit" (AKF) zum Mammographie-Screening

Eine Erklärung des"Arbeitskreis Frauengesundheit" (AKF) zum Thema „Mammographie-Screening: Adäquate Aufklärung, Fairness und offener Umgang mit kritischen Aspekten statt Desinformation und Werbung“ vom 8.3.2015 findet ihr hier als PDF

 

 


Equal Pay Day am 20. März 2015

Logo Equal Pay Day

Berliner Kampagne zum Tag der Lohngerechtigkeit

Unter dem Motto „Spiel mit offenen Karten. Was verdienen Frauen und Männer?“ startet in diesem Jahr die Equal-Pay-Day-Kampagne. Mit dieser Kampagne soll auf die immer noch bestehenden Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern hingewiesen werden.

Frauen verdienen in Deutschland bei gleicher Qualifikation und gleicher geleisteter Arbeit häufig weniger als Männer. Der Lohnunterschied liegt im Jahresendvergleich bei minus 22 Prozent. Dies widerspricht nicht nur dem Grundgesetz nach dem Gleichheitsprinzip der Geschlechter, sondern ist gesamtgesellschaftlich mit weit reichenden Folgen verbunden. Das zeigt sich spätestens bei einem Vergleich der Renten von Frauen und Männern. Hier liegt die Differenz bei der Alterssicherung derzeit bei 60 %.

Mehr dazu: www.22-prozent.de

 

 


Stellungnahme des FFGZ zum Thema Social Freezing

Social Freezing - neue Freiheit für Frauen?

Unternehmen wie Facebook präsentieren sich innovativ, indem sie ihren Angestellten Social Freezing als Maßnahme der Frauenförderung anbieten. Bei Social Freezing werden jungen Frauen Eizellen entnommen und eingefroren, um sie zu einem späteren Zeitpunkt zu verwenden. Als ältere Frauen können sie mittels dieser Eizellen und einer Befruchtung im Reagenzglas schwanger werden, so die Idee. Was daherkommt als neue Freiheit für Frauen, als moderne Option, ihr Leben selbstgestimmt zu gestalten, kann schnell das Gegenteil bewirken.

Social Freezing: eher im Interesse der Wirtschaft als für die Selbstbestimmung von Frauen.

Wir leben in einer Gesellschaft der Selbstoptimierung, in der es gilt, sich optimal selbst zu managen und alle Optionen auszuschöpfen. Dies bringt einen verschärften Entscheidungs-, Handlungs- und Erwartungsdruck mit sich. Hier reiht sich Social Freezing ein. Aus "Ihnen steht die Möglichkeit offen" wird schnell "Wenn Sie Karriere machen wollen, können Sie schließlich Social Freezing nutzen". Die berufliche Laufbahn zu unterbrechen oder, was viele Mütter erleben, einen Karriereknick zu erfahren, wird dann zum eigenen Verschulden - hätte die Kinderfrage doch scheinbar verschoben werden können.
Selbst wenn sich Frauen für Social Freezing entscheiden, ist anzunehmen, dass die Endvierzigerin mit kleinem Kind in den Firmen ebenso wenig einen Platz hat wie die Dreißigjährige mit Kind.

Social Freezing heißt Medikalisierung gesunder Frauen

Social Freezing heißt, Frauen, die auf natürlichem Wege schwanger werden könnten, zu Patientinnen der Reproduktionsmedizin zu machen. Werden eingefrorene Eizellen zu einem späteren Zeitpunkt verwendet, müssen zwangsläufig Reagenzglasbefruchtungen (IvF oder ICSI) erfolgen. Gesunde Frauen durchlaufen dann reproduktionsmedizinische Behandlungen mit allen Problemen, die damit einhergehen: Hormonbehandlungen mit starken Nebenwirkungen (sowohl bei der Eizellentnahme als auch bei der künstlichen Befruchtung); geringe Erfolgsraten von 10 - 15% (sogenannte Baby-Take-Home-Rate bei IvF oder ICSI); sich wiederholende Behandlungszyklen mit entsprechenden Belastungen sowie vermehrt Schwangerschaften mit Komplikationen.
Da die Frauen zu diesem Zeitpunkt schon älter sind, verringern sich die Chancen, schwanger zu werden, sowohl auf dem reproduktionsmedizinischen als auch auf natürlichem Weg. Dies gilt auch für andere Möglichkeiten, den Kinderwunsch zu erfüllen, zum Beispiel über Adoption.

Gesellschaftliche Lösungen sind erforderlich!

Letztendlich geht es um Vereinbarkeit von Familie und Beruf als gesellschaftlicher Herausforderung und nicht um die Möglichkeit, die Kinderfrage zu verschieben. Social Freezing als Lösung zu sehen, bedeutet die Individualisierung einer gesellschaftlichen Thematik. Gesamtgesellschaftliche Verantwortung wird auf die Schultern einzelner Frauen übertragen. Statt frauen- und familiengerechter Strukturen in der Berufswelt wird ihnen unter dem Label Selbstbestimmung angeboten, die Kinderfrage zu verschieben und später als Patientinnen der Reproduktionsmedizin ein Kind zu bekommen - falls das dann gelingt.

Gesellschaftlicher Fortschritt und Frauenförderung heißen nicht, Frauen medizinische Maßnahmen mit den genannten Implikationen anzubieten, um in den existierenden Strukturen bestehen zu können. Es gilt vielmehr, die Berufswelt für Männer und Frauen so zu organisieren, dass eine gleichberechtigte Kindererziehung möglich ist, ohne den Verlust beruflicher Möglichkeiten - hier sind Politik und Wirtschaft gefordert.

Das FFGZ e.V. empfiehlt Frauen, vor einer Entscheidung die unterschiedlichen Aspekte und vor allem Konsequenzen zu bedenken.
Monika Fränznick

Feministisches Frauen Gesundheits Zentrum e.V.
email: ffgzberlin@snafu.de
www.facebook.com/ffgzberlin

 

 


Zum Erhalt der Bona-Peiser-Bibliothek

Bezirksamt Berlin

Kreuzberg-Friedrichshain

Fachbereich Bibliotheken

Bezirksstadträtin Jana Borkamp

Postfach 350701

10216 Berlin                                                                                                                                                                                                                                                              20.01.15

Sehr geehrte Frau Borkamp,

 

wir haben uns gestern am 19.01.15 hier im Frauenzentrum Schokoladenfabrik zu einer Veranstaltung mit Frauke Mahrt Thomsen getroffen. Das Thema war ein Porträt von Bona Peiser und die aktuelle Situation der gleichnamigen Stadtbibliothek. Ich spreche hier im Namen der Teilnehmerinnen unserer Veranstaltung.

Am gleichen Tag erreichte uns Ihre Pressemitteilung über die geplante künftige Nutzung der Bibliothek.

Sehr gut finden wir die Nutzung vormittags durch die Volkshochschule für Integrationskurse. Wir führen solche seit 1981 durch und wissen um die Notwendigkeit solcher Angebote.

Sehr würdigen wir auch die endlich erfolgte Renovierung der Räume.

Was für uns absolut nicht nachvollziehbar ist, was die angeführte „Public School Berlin“  für ein neues Konzept erarbeiten soll. Wie bezweifeln, dass philosophische und literarische Grundlagengespräche geeignete Bildungsansätze für die Einwohnerschaft rund um die Bona – Peiser - Bibliothek sind.

Der Kiez ist nachgewiesenermaßen einer der ärmsten in ganz Berlin. Soll diesen Bürgern nicht ein annehmbares Bildungsprogramm in Form von Bücherausleihe unter geschultem Fachpersonal, vielleicht Schülernachhilfe sowie Heranführung überhaupt ans Lesen geboten werden? Es wird wieder mit Aushilfskräften gearbeitet, wie in den Anfangszeiten Bona Peisers. Schon die Unmöglichkeit einer Anmeldung vor Ort wird zum Stolperstein, neue Leser_innen zu akquirieren.

Wir fordern Sie auf, dieses Konzept zu überdenken und Mittel für einen ordentlichen Bibliotheksbetrieb an fünf Wochentagen, einschließlich des notwendigen Fachpersonals, bereitzustellen.

Im Auftrag der Teilnehmerinnen der Veranstaltung „Bona Peiser – ein Porträt" am 19.01.15 im Frauenzentrum Schokoladenfabrik e.V.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Renate Witt

Bildungsreferentin

 

 


One Billion Rising - Aufruf zum Mitmachen

Aufruf zur „1 Billion Rising Revolution“ am 14. Februar 2015 vor dem Brandenburger Tor! Dance Demo gegen Gewalt an Mädchen und Frauen unter der Schirmherrschaft von Senatorin Dilek Kolat. Unter dem Motto Drum! Dance! Rise! wird am 14. Februar 2015 um 17.30 Uhr vor dem Brandenburger Tor gegen Gewalt an Mädchen und Frauen getanzt und getrommelt. Schirmherrin der Aktion ist die Senatorin für Arbeit, Frauen und Integration des Landes Berlin Dilek Kolat. Die Tanzdemonstration vor dem Brandenburger Tor ist ein Berliner Beitrag zur weltweit stattfindenden Aktion „1 Billion Rising Revolution“. Das Centre Talma, ein Mädchensportprojekt der GSJ - Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit gGmbH, hat sich dieser Aktion angeschlossen und die Dance Demo am Brandenburger Tor organisiert. In den vergangenen beiden Jahren sind über 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihrem Aufruf gefolgt - in diesem Jahr sollen es noch mehr werden, die gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt setzen. Das Centre Talma hat die offizielle Choreografie modifiziert, um sie gemeinschaftlich tanzbar zu machen und ruft alle Berlinerinnen und Berliner dazu auf, gemeinsam mit den Jugendlichen tanzend und trommelnd für ein Ende der Gewalt an Mädchen und Frauen zu demonstrieren. Interessierte Gruppen, Vereine, Schulklassen und Kollegien können die Choreographie vorher einstudieren oder sich mit eigenen Aktionen beteiligen. Weitere Informationen unter http://www.centretalma.de/http://www.centretalma.de, weltweiter Aufruf: www.onebillionrising.org; Facebook: One Billion Rising Berlin; Ansprechpartnerin: Bettina Lutze-Luis Fernández, Telefon: 030 / 893740 – 55, Email info[at]centre-talma.de

 

 


Veranstaltungsempfehlung

FOTOPROJEKT "Buch des Lebens"

Im Rahmen dieses Projektes möchten wir mit Frauen aus allen Berliner Stadtbezir­ken mit den Mitteln »Fotografie« und »Text« ihr eigenes, persönliches »Buch des Lebens« erarbeiten. Dieses kann persönliche Bilder und Familienfotografien ent­halten, ebenso wie aktuelle Aufnahmen ihrer. Selbst verfasste Texte und Interviews ergänzen die Bilder. Wir möchten vor allem Frauen im Alter über 50 Jahre ansprechen. Unsere Idee ist es, diese Frauen, deren Biografien meist durch die Wendejahre und familiäre Um­stände Umbrüche erfahren haben, in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen und ihre ganz besonderen Geschichten vorzustellen.

Am Ende des Projektes soll jede der Teilnehmenden ihr ganz persönliches Buch in Händen halten. Angedacht ist auch eine öffentliche Präsentation des Projektes ggf. mit einer kleinen Ausstellung.

Die Teilnehmerinnen des Projektes werden von der Grafik-Designerin Therese Schneider angeleitet und unterstützt, die zahlreiche Bücher für den Aufbau-Verlag und die Akademie der Künste gestaltet hat. Diese wird die Teilnehmenden beim Aufbau eines Erzählstranges, beim Erstellen der Texte und Fotografien sowie bei der Gestaltung der Bücher unterstützen.

Der Kurs findet in den Räumen der Gesellschaft für Humanistische Fotografie GfHF statt. Es sind mehrere Termine in den Monaten Februar und März geplant.

Wir laden Sie herzlich zur Teilnahme ein. Wenn Sie diese Idee interessant finden und Näheres zum Projekt und dessen Ablauf erfahren möchten, so kommen Sie zu einem ersten Termin am 26. Januar um 17 Uhr in die Räume der GfHF. Wir bitten um vorherige Aneldung per E-Mail oder telefonisch.

Die Adresse lautet: Gesellschaft für Humanistische Fotografie e.V.

Legiendamm 16

10179 Berlin

Tel.: 030 · 60 40 77 48

Fax: 030 · 60 40 77 18

info@gfhf.eu

Weitere Informationen zu unserer Arbeit finden Sie unter: www.gfhf.eu

 

 


Veranstaltungsempfehlung

Filmportrait

Am 8.12. um 20.00 Uhr im RegenbogenKINO

Lausitzer Str. 22, 10999 Berlin

Tel: 030/69579517

anfangen – Christina Thürmer-Rohr


Filmportrait von Gerd Conradt, 50 Min, 2014


In Anwesenheit von Christina Thürmer-Rohr und Gerd Conradt


„Christina Thürmer-Rohr hat seit den 70er Jahren eine ganze frauenbewegte Generation geprägt. Ihre Arbeit kreist um Herrschafts- und Patriarchatskritik, um Gewaltkritik, Opferkritik, um Mittäterschaft - und Freundschaft. Bis heute inspiriert sie durch ihr vorausschauendes Denken“.

 

 


Der zornige Kaktus 2014

TERRE DES FEMMES hat zum Internationalen Tag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ am 25. November 2014 zum ersten Mal den „Zornigen Kaktus“ für besonders sexistische Werbung verliehen. Der diesjährige "Gewinner" ist der Sportverein Füchse Berlin mit dem Motiv "Das ist unser Revier". Über 6.400 Menschen haben sich an der Abstimmung beteiligt.

Die Begründung der Jury: "Die Füchse sollten an erster Stelle den zornigen Kaktus gewinnen, weil Vereins- und Parteienwerbung keine Wirtschaftswerbung ist und deshalb nicht dem Werberat untersteht – selbst der würde den Sexismus des Vereins sicher rügen. Über 13% Frauen in Deutschland wird sexualisierte Gewalt angetan, noch viel mehr erleben strukturelle Gewalt. „Freiwild“ muss aufhören, witzige Werbebotschaft zu werden, ganz besonders für einen Verein, der Kinder ermächtigen sollte!"

Mehr dazu hier: www.frauenrechte.de

 

 


14./15. November - Auftritt von Rape Coach in Berlin verhindern!

Folgender Aufruf hat uns erreicht: "Rape Coach Julien Blanc ist auf Welttournee und schlägt (…) in Berlin auf – oder ein Vertreter von ihm. Der genaue Ort ist noch unbekannt. Datum ist 14. bis 15. November". Viele Frauen/Organisationen recherchieren derzeit, wo die Veranstaltung der Firma Real Social Dynamics (RSD) stattfindet. Aktuelle Informationen hier:

Facebook

 

Ein interessanter Artikel dazu in der TAZ:

TAZ-Artikel

 

 


Frauenfeindliche Werbung

Liebe Frauen,

bitte beteiligt euch an der Auswahl zum Preis "Zorniger Kaktus" von TERRE DES FEMMES und stimmt bis zum 18. November 2014 für eine Werbung ab, die eurer Meinung nach besonders frauenfeindlich ist und den Preis "Der Zornige Kaktus" verdient hat:

www.frauenrechte.de

 

 


„Istanbul-Konvention“ zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen tritt am 1. August 2014 in Kraft - leider nicht in Deutschland!

In 11 europäischen Ländern (Albanien, Andorra, Bosnien und Herzegowina, Dänemark, Italien, Montenegro, Österreich, Portugal, Serbien, Spanien, Türkei) tritt am 01. August 2014 das „Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ in Kraft und wird damit geltendes Recht – am 1. November 2014 folgen Frankreich und Schweden. Deutschland hat das Übereinkommen mit vielen anderen Staaten zwar schon am 11.05.2011 in Istanbul unterzeichnet, bisher aber nicht ratifiziert.

Wir fordern die Bundesregierung auf, die „Istanbul-Konvention“ umgehend zu ratifizieren und die darin vorgesehenen Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und ihren Kindern zügig und konsequent umzusetzen!

 

Das Übereinkommen sieht koordinierte und systematische Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen auf allen Gebieten vor, u.a. Prävention, wirksamen Schutz und bessere Unterstützung gewaltbetroffener Frauen und ihrer Kinder, verbesserte Gesetzgebung, erfolgreiche Strafverfolgung sowie systematische Forschung (Monitoring).

 

Besonders die Bereitstellung von Schutz und Unterstützung – so wie im Übereinkommen in Artikel 22 und Artikel 23 (s.u.) vorgesehen – ist in Deutschland mangelhaft:

· Es muss sichergestellt sein, dass alle von Gewalt betroffenen Frauen und Kinder jederzeit kostenlose Zuflucht und unbürokratische, bedarfsgerechte Hilfe in einem Frauenhaus ihrer Wahl finden können – unabhängig von Wohnort, Einkommen, Aufenthaltsstatus oder Behinderung, denn: Jährlich können mindestens 9000 Frauen und ihre Kinder hauptsächlich wegen Überfüllung (7000 Frauen), teilweise auch aus anderen Gründen (fehlende Barrierefreiheit und andere Zugangshindernisse, Auflagen der Geldgeber, Finanzierungsprobleme etc.) nicht im Frauenhaus ihrer Wahl aufgenommen werden

· Frauenhäuser sind stadt-, kreis- und länderübergreifende Unterstützungs- und Kriseneinrichtungen und ihre Finanzierung muss einzelfallunabhängig und verlässlich auf gesetzlicher Grundlage gewährleistet werden, denn: Seit es in Deutschland Frauenhäuser gibt – also seit 38 Jahren! – wird auf Kosten der Sicherheit von Gewalt betroffenen Frauen und deren Kinder die Verantwortung für die Finanzierung von Frauenhäusern zwischen Bund, Ländern und Kommunen ergebnislos hin- und hergeschoben.

· Die Sicherheit von Mädchen und Jungen und die Sicherheit ihrer Mutter muss Vorrang haben vor dem Besuchsrecht des gewalttätigen Vaters, denn: Der Schutz von Mädchen und Jungen vor ihren gewalttätigen Vätern ist zurzeit in Deutschland mangelhaft. Mädchen und Jungen, die entweder selbst misshandelt wurden oder die ZeugInnen der Gewalt des Vaters gegen die Mutter geworden sind, werden immer wieder von deutschen Familiengerichten zum Umgang mit dem gewalttätigen Vater gezwungen – oft mit der Folge weiterer Übergriffe. Der Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt ist eine Pflichtaufgabe des Staates.

 

Weitere Informationen unter: www.conventions.coe.int

 

 


Seyran Ateş erhält Verdienstkreuz 1. Klasse

Foto: Müjgan Arpat

Kulturnachrichten

Sendung vom 08.07.2014

 

Die Autorin und Anwältin wird für ihren Einsatz für die Menschenrechte geehrt

Bundespräsident Joachim Gauck wird Seyran Ateş am Donnerstag das Verdienstkreuz 1. Klasse verleihen. Sie habe sich "in herausragender Weise um die Integration von Zugewanderten und ein gutes Miteinander in unserer Gesellschaft verdient gemacht". Das Bundesverdienstkreuz wird für besondere Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder ehrenamtlichem Gebiet verliehen. In der Mitteilung des Bundespräsidialamts heißt es: "Die Rechtsanwältin gilt als Expertin für Menschenrechtsfragen und für Migrationspolitik. Schon seit mehr als 25 Jahren gilt ihre Aufmerksamkeit besonders Mädchen und Frauen aus muslimischen Ländern, denen eigene Rechte nicht gewährt oder die in ihrer Würde verletzt werden." Auch unter Hinnahme persönlicher Risiken nenne sie Grundrechtsverletzungen beim Namen, die oft als kulturelle Spezifika verharmlost würden, heißt es weiter. Seyran Ateş, 1963 in Istanbul geboren, lebt seit 1969 in Deutschland. Ihr wurden bereits zahlreiche Auszeichnungen verliehen, darunter der Verdienstorden der Stadt Berlin und das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Herzlichen Glückwunsch aus der Schokofabrik!!!!!!!!!

 

 


40jähriges Jubiläum FFGZ

Jetzt schon vormerken:

anlässlich des 40jährigen Jubiläums veranstaltet das

Feministische Frauen Gesundheits Zentrum e.V.

am 15. Oktober 2014 von 15 bis 18 Uhr in der Urania Berlin

die Fachveranstaltung:

„Frauengesundheit in Zeiten wachsender sozialer Ungleichheit“.

Vorgestellt werden die Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener(DEGS1) des Robert Koch Instituts zu diesem Thema.

Fachvorträge zu den Themen Erwerbslosigkeit und Gesundheit, Migrantinnen und Gesundheit und Gesundheitliche Folgen von Gewalt beleuchten die aktuelle Problemsituation und Möglichkeiten der Unterstützung.

Gesprächsrunde zum Thema: Verbesserung der Qualität und des Zugangs zur Gesundheitsförderung und –versorgung für Frauen mit niedrigem soziökonomischen Status und belasteter Lebenssituation. Was ist notwendig, was können wir tun?

 

Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind.

Weitere Informationen und die Einladung folgen.

Das Team des FFGZ Berlin

 

Feministisches Frauen Gesundheits Zentrum e.V. - Berliner Frauenpreis 2014 Bamberger Str. 51, 10777 Berlin-Schöneberg Tel. 0 30 - 2 13 95 97 - Fax 0 30 - 2 14 19 27 Internet: www.ffgz.de - e-mail: ffgzberlin[at]snafu.de - www.facebook.com/ffgzberlin

 

 


Report zur Situation in Frauenhäusern

24.10.2013

Am 17. Oktober lief in der Abendschau ein Report zur Situation in Frauenhäusern wie dem 2. Frauenhaus in Berlin, die überfüllt und unterfinanziert sind. 

Der Beitrag kann online hier geschaut werden.

 

 


Stellungnahme der Frauenhäuser zum Haushaltsplanentwurf 2014/15

08.10.2013

Am 24. September haben die sechs Berliner Frauenhäuser eine Stellungnahme zum Haushaltsplanentwurf 2014/15 veröffentlicht. Sie kritisieren die Überbelegung vieler Frauenhäuser, die auch im aktuellen Haushaltsentwurf zu wenig Berücksichtigung gefunden hat.

Als PDF ist die Stellungnahme hier zu lesen.

 

 


StartNext-Aktion zu Pinar Seleks "Frau im Exil"

2.07.2013


Noch bis zum 6. Juli läuft die StartNext-Kampagne zu Pinar Seleks Essayband "Frau im Exil". Info vom Orlanda Verlag: 


Die Autorin Pinar Selek soll in der Türkei ins Gefängnis gehen. Sie wurde 2013 zu lebenslanger Haft verurteilt. Sie arbeitete an einer soziologischen Studie zur Kurdenfrage, das in gewissen Kreisen unerwünscht war. Sie beschuldigten sie im Auftrag der PKK ein Bombemattentat in Istanbul verübt zu haben. Pinar Selek hat einen sehr persönlichen Essay über ihr Leben im Exil geschrieben. Dieses Buch wollen wir veröffentlichen um sie weiter darin unterstützen zu können, ihre Unschuld zu beweisen.

Mehr Informationen gibt es hier.

 

 


Neue Koordinationsstelle gg. Verschleppung

05.06.2013

Die Koordinationsstelle gegen Verschleppung ist erstmalig eine zentrale Anlaufstelle, die überregional Hilfe anbietet und mit wichtigen Kooperationspartnern vernetzt arbeitet. Sie registriert Fälle von Heiratsverschleppung und bietet spezialisierte Beratung zur Prävention sowie der Auslotung von Rückführungsmöglichkeiten.

Vorhandenes Wissen soll in der Koordinationsstelle systematisch gebündelt, mögliche Vorgehensweisen entwickelt und Interventionsketten entworfen werden, um im Einzelfall eine Rückkehr möglich zu machen.

Die Koordinationsstelle arbeitet seit dem 1.5.2013 in den Räumen von PAPATYA.

Durch die enge Verknüpfung mit der Kriseneinrichtung PAPATYA verfügt die Koordinationsstelle über langjährige Erfahrung auch in Bezug auf die psychische Zwangslage Betroffener und ihre Gefährdung nach einer Rückkehr nach Deutschland. Die Koordinationsstelle ist auch behilflich bei der adäquaten Strategie nach der Rückkehr in Bezug auf Anonymisierung, Unterbringung und Schutz. Sie nimmt eine Risikoanalyse vor und kooperiert bei Bedarf mit der Polizei.

Der Erstkontakt ist vorzugsweise über Email möglich: beratung@papatya.org
Telefonisch ist PAPATYA über den Jugendnotdienst erreichbar: 030 610062 (durch Rückruf).
Weitere Informationen unter: www.papatya.org und www.sibel-papatya.org

 

 


Erschütterndes Urteil gegen Pinar Selek

08.04.2013

Bereits Ende Januar verurteilte ein türkisches Gericht die Soziologin und Menschenrechtsaktivistin Pinar Selek zu lebenslanger Haft. Mehr zum Scheinprozess, bei dem sie bereits drei Mal verurteilt und anschließend wieder freigesprochen wurde, ist u.a. hier (Amnesty International) zu lesen.

Pinar Selek hatte noch im September 2012 in der Schokofabrik eine Lesung gegeben. Das neue Urteil erschüttert uns sehr.